Geschütteltes Bier auf der großen Leinwand

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Oh! eine Feuermuse, die hinan
Den hellsten Himmel der Erfindung stiege!
Ein Reich zur Bühne, Prinzen drauf zu spielen,
Monarchen, um der Szene Pomp zu schaun!
Doch verzeiht, ihr Teuren,
Dem schwunglos seichten Geiste, ders gewagt,
Auf dies unwürdige Gerüst zu bringen
Solch großen Vorwurf.
O so verzeiht, weil ja in engem Raum
Ein krummer Zug für Millionen zeugt,
Und laßt uns Nullen dieser großen Summe,
Ergänzt mit dem Gedanken unsre Mängel,
Zerlegt in tausend Teile einen Mann
Und schaffet eingebildete Heereskraft.
Denkt, wenn wir Pferde nennen, dass ihr sie
Den stolzen Huf seht in die Erde prägen;
Denn euer Sinn muß unsre Kön’ge schmücken.
Bringt hin und her sie, überspringt die Zeiten,
Verkürzet das Ereignis manches Jahrs
Zum Stundenglase. Daß ich dies verrichte,
Nehmt mich zum Chorus an für die Geschichte,
Der als Prolog euch bittet um Geduld;
Hört denn und richtet unser Stück mit Huld!

So oder so ähnlich…. Oder  aber exakt genau so hätte wohl der große William Shakespeare eine Filmrezension begonnen!

Ich bemühe mich um diese großen Worte und habe sie für meine Zwecke „Zuguttengebergt“ sprich abgeschrieben, da ich heute eine Shakespeare Verfilmung besprechen möchte:

Macbeth

So wie ich unsere Leserschaft bisher kennen lernte, was zum Beispiel das Lösen von Rätseln angeht, denken sich jetzt viele „ Geil! Was neues bei MacDonald’s!“

Aber nein es ist tatsächlich ein Film!

Die harten Fakten:

Erscheinungsjahr: 2015

Dauer: 113 min

Regisseur: Justin Kurzel

Schauspieler:

Michael Fassbender (Macbeth)

Marion Cotillard (Lady Macbeth)

David Thewlis (Duncan)

Sean Harris (Macduff)

Die Handlung dürfte dem ein oder anderen bekannt sein:

Macbeth, Heerführer des schottischen König Duncan, schlägt einen Aufstand gegen eben jenen nieder. Das gefällt dem König sehr und zum Dank macht er dem Wohnsitz Macbeth‘s die Aufwartung. Eigentlich eine gute Idee, wären da nicht die Weiber ! Hier in Gestalt von 3 Schicksalshippen und der angetrauten Lady Macbeth. Die  Schicksalshippen (oder auch Hexen) prophezeien ihm, dass er König von Schottland wird. Als er das seiner Frau erzählt um wohl davon abzulenken was er mit 3 Ischen im Wald gemacht hat, hält diese das für ne suuuuuper Idee! Königin werden ist töfte und so und beschleunigt sie das ganze Königsnachfolgegedöns indem sie ihrem Mann bittet er möchte doch den König bei seinem Besuch töten… das macht der brave Mann, anfangs sich noch zierend, dann auch – und fällt von seinem schlechten Gewissen geplagt dem Wahnsinn anheim. Was im Laufe der Geschichte zu weiteren Toten und einer Rachegeschichte der literarisch wertvollen Art führt.

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Dieser Film hat mir einiges Abverlangt!

Ist es Popkornkino? Auf keinen Fall!

Ist es Unterhaltung? Noch nicht einmal das!

Ist es Sehenswert? Auf jeden Fall!

Es ist anstrengend diesen Film zu schauen. Die „Shakespearesprache“ fordert dem Zuschauer die ganze Aufmerksamkeit und alle Konzentration ab! Man möchte einfach keinen Satz verpassen! William Shakespeare schafft einem Satz mehr Ausdruck, Gewalt, Furcht, Beklemmung, Zweifel aber auch Freude zu verleihen als es ganze Geschichten von Möchtegernautoren tun!

Belohnt wird der Zuschauer mit großartigen Dialogen, die auch leicht Eingang in das RPG von manchen unserer Leser finden könnten.

Einer Bildgewalt die dank dem Cinematographer Adam Arkapaw (der auch die Bilder von True Detective I inszeniert hat) seines gleichen sucht.

Einer Musikabmischung die dem Zuhörer unbehagen verschafft und den geistigen Niedergang unseres Protagonisten aufs trefflichste Unterstreicht!

Und zu guter Letzt das Beste: Die Schauspielkunst! Was Marion Cottilard als falsche Schlange darbietet ist schon Klasse! Aber dann kommt die Weltklasse: Michael Fassbender dem man fast in jeder Einstellung den steigenden Wahnsinn ansehen kann und Sean Harris als Rachenengel, dermaßen intensiv gespielt, übertreffen die des Jokers Heath Ledger’s um ein vielfaches (ohne dessen Leistung herabwürdigen zu wollen).

Ich werde diesmal keine Sterne, Schwerter oder abgeschlagene Köpfe als Bewertungsmaßstab nehmen… ich werde, William Shakespeare angemessen, Worte bemühen:

Dieser Film ist ein Kunstwerk… ähnlich beispielsweise Gemälden welche man bei einem Museumsbesuchs finden kann! Man amüsiert sich nicht kaputt oder hat Spaß ohne Ende, aber man ist von den Kunstschaffenden beindruckt, manchmal sogar nachhaltig begeistert! Genießt den Film, vielleicht bei einem Glas Wein, mit der Aufmerksamkeit die er verdient, lasst euch nicht ablenken und Ihr werdet mit einem Kunstwerk des Genres Film belohnt! Damit sind wir am Ende de Kritik. Lasst Sie mich mit einem Zitat beenden:

„Ich habe keine Worte, meine Stimme ist nur in meinem Schwert“

Und wie jedes Mal bei der ORIGINAL Filmkritik von U.J.M. gibt es auch diesmal etwas zu gewinnen!

Das Rätsel lautet diesmal: Von dem Prolog welchen Shakespeare Werkes hat sich U.J.M. bei der Einleitung dieser Filmkritik inspirieren lassen?

Zu gewinnen gibt’s diesmal ein, Trommelwirbel, Ritteressen! – welches Du bezahlst UJM (Anm. d. Red.)

 

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Hinweis: Am Sonntag gibt es auf diesem Blog einen  Film Gast Beitrag des unglaublichen U.!!!!!! Nicht verpassen

 

 

 

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8 Kommentare zu “Geschütteltes Bier auf der großen Leinwand

  1. Kein Traum war’s, der mich so entzückt? Und doch – die Sprach‘ , sie fährt ins Mark und ins Gebein…
    So kann es nur König Heinrich der Fünfte sein!

    Gefällt mir

    • Hier die Antwort auf das Rätsel (bitte nommo korrektur lesen):

      WIIIIIEEEEEERRR haben einen Gewinner! Endlich konnte eines der vielen anspruchsvollen Rätsel richtig gelöst werden!

      Ein Sommernachtstraum!

      Mit dieser Antwort von Puck1609 wäre ein Ritteressen weiterhin ein Traum geblieben!

      Es ist natürlich Heinrich der Fünfte, wie sich Puck1609 richtigerweise korrigierte!

      Die Krötor Redaktion gratuliert die recht herzlich! Und du musst dein Rittersessen NATÜRLICH nicht selbst bezahlen!

      Bitte sende uns deine Adresse zu lieber Puck1609. Wir haben schon bei vielen Mittelaltermärkten mit Tjosten Spektakel angefragt! Sollte da ein Ritter ohne familiäre Bindung oder nahen angehörigen zu Schaden kommen und von einer Lanze aufgespießt werden wird ein Versand seiner sterblichen Überreste umgehend an dich veranlasst! Wir wünschen: GUTEN APPETIT! P.s.: Natürlich darfst du dann so viele Freunde und Mitesser einladen wie du magst!

      Viele Grüße und bis zum nächsten mal

      Euer U.J.M.

      Gefällt mir

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