Should i stay or should i go?

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Ich wühle und krame mal wieder in der Kiste der menschlichen Abgründe. Ich mache mir viele Gedanken über Menschen und das, was diese tun oder auch nicht.

Wer diesen Blog öfter liest weiß, dass sich die Kolumne im Endeffekt um diese Dinge dreht. Es geht um, nennen wir es mal Randgruppen, die Dinge tun (oder auch nicht tun) die der Rest der Menschheit eben nicht macht (oder aber macht).

Bevor ich aber wieder abschweife, beginne ich mit dem eigentlichen Thema. Ich habe hier lange und ausführlich recherchiert und auch diverse Umfragen betrieben. Daher muss ich vorweg nehmen, dass dieses Thema die weibliche Bevölkerung nur streift. Es geht hauptsächlich um die Männer. Dies hat nichts mit Anti-Feminismus oder ähnlichem zu tun. Dies werden die Damen aber erkennen, wenn sie den folgenden Text lesen.

Stellen wir uns also vor, wir kommen morgens in die Firma. Wir schalten unseren Rechner an, rufen diverse Mails ab, trinken den ersten Kaffee. Da wir verschlafen haben, musste die Reise in die Firma schnell vonstatten gehen. Dies fiel leider zu Lasten des allmorgendlichen großen Geschäftes, welches normalerweise zu Hause zelebriert wird. Dies fordert nun seinen Tribut und wir begeben uns auf die Firmentoilette. Hier haben wir die Auswahl zwischen zwei Pissoirs und drei Kabinen. Da für unser Vorhaben ein Pissoir nicht ausreicht, begeben wir uns auf eine der drei Kabinen. Alle drei sind frei und wir wählen die linke. Auf das weitere Treiben möchte ich hier nicht eingehen. Es geht nicht um Fäkalien oder Fäkalhumor, sondern um eine durchaus ernst zu nehmende Angelegenheit.

Wir sind also mit unserem Geschäft fertig und jemand kommt hinein. NUN stellt sich die entscheidende Frage: Warten wir, bis diese Person in eine Kabine verschwunden ist? Beziehungsweise, bis die Person am Pissoir fertig ist (wenn sie nicht groß muss) und dann aus der kompletten Toilettenanlage verschwindet? Natürlich tun wir das. Wir warten bis die Person außer Sicht ist und verlassen dann unsere Kabine. Das hat mit Anstand zu tun!

Und dennoch gibt es Leute, die dies nicht machen. Was geht in denen vor? Was stimmt da nicht? Und vor allem, warum tun diese Leute das. Ich verstehe einfach nicht, was man davon hat, direkt nach dem Spülen die Kabine zu verlassen und (anscheinend willentlich) anderen Leuten zu begegnen. Dann könnte man auch gleich sagen: „Hey, ich war gerade scheißen. War toll, hat Spaß gemacht. Habe gestern Curry gegessen. Riecht man irgendwie raus, oder? Und glaub mir, scharfes Essen brennt immer zweimal…“.

Aber sowas macht doch keiner. Es geht mir nicht in den Kopf, warum es Leute gibt, die das tun. Will man damit vielleicht demonstrieren, dass man der Stärkere ist? Nach dem Motto: „Hey, das was da stinkt ist von mir. Du darfst es nun ertragen. Und ich möchte, dass du weißt von wem es ist. Genau! Das ist meine Scheiße, die du hier riechst. Mein temporäres Vermächtnis an die Besucher dieser Toilettenanlage. Und es ist mir (Achtung Wortspiel) scheißegal, was du davon hältst. Im Gegenteil, ich grinse dich noch an und frage dich, wie es geht und steht“.

Oder reden wir hier einfach von emotionslosen Soziopathen, die gar nicht merken, was sie da anrichten. Dies wäre noch die einzige Entschuldigung, die ich diesem Verhalten zuordnen könnte.

Was ich damit sagen möchte ist (und mit dieser Meinung stehe ich keinesfalls alleine dar, im Gegenteil – ich habe die bereits erwähnten Umfragen durchgeführt): Scheiß alleine und dann geh alleine weg. Sonst kannst du auch gleich die Türe beim Scheißen auflassen.

 

 

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4 Kommentare zu “Should i stay or should i go?

  1. Ich bin da ganz auf deiner Seite und habe mich ähnliches auch schon gefragt. Dachte aber bisher ich wäre der einzige, der sich über so was Gedanken macht. 😁

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  2. Ich stimme dir da zwar voll und ganz zu, muss aber auf ein Dilemma hinweisen: Was ist denn die angebrachte Verhaltensweise, wenn sich die Toillette einfach nicht lehrt (also die Anzahl der leute versteht sich). So eine Situation kann zum Bespiel nach dem unmittelbaren Filmende im Kino, oder auf der einzigen Raststätte im umkreis von 500 Kilometern passieren. Sollte man in einer solchen Situation Geduld bis zur Unendlichkeit oder Mut zum Normverstoß beweisen?

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    • Da wären wir beim klassischen Thema: Ausnahmen bestätigen die Regel. In dieser Situation ist jeder auf sich alleine gestellt und muss intuitiv und der Situation am besten angepasst reagieren. Da die Situation nicht so „familiär “ ist, wie z.b. auf dem Arbeitsplatz und man sich vermutlich nicht mehr so oft sieht, tendiere ich zum normverstoss

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