Nachruf auf einen Lebenden…

Hallo liebe Leserschaft! Heute wird es, aus sehr aktuellem Anlass und, weil dieses traurige Ereignis nicht an jemandem vorbei gehen kann, der sich Filmfreund schimpft, eine Nachruf geben. Ein Schauspieler hat letzte Woche bekannt gegeben, sein Filmschaffen zu beenden. Er wird nicht mehr vor der Kamera stehen. „Einer der besten“, „großartig“, oder etwa „super gut“ wird diesem Schauspieler nicht ansatzweise gerecht.

Es handelt sich um nicht mehr oder weniger als einen Schauspielgott in einem Olymp, in dem es – neben ihm – vielleicht noch eine Handvoll anderer gibt.
Ich möchte heute Daniel Day-Lewis die letzte, meine, in einen Blogbeitrag gefasste, Ehre erweisen.

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Wie fängt einen solchen Nachruf an?… am besten wie eine Rezension! Mit den

Harten Fakten:

Daniel Day-Lewis
Vollständiger Name: Sir Daniel Michael Blake Day-Lewis
Geboren am: 29.04.1957
Geboren in: Greenwich, Vereinigtes Königreich
Größe 1,87 m
Ehepartnerin: Rebecca Miller seit 1996

Filmisches Schaffen (kleine Auswahl)
• 1971: Sunday, Bloody Sunday
• 1982: Gandhi
• 1984: Die Bounty(The Bounty)
• 1985: Mein wunderbarer Waschsalon(My Beautiful Laundrette)
• 1985: Zimmer mit Aussicht(A Room with a View)
• 1986: Nanou
• 1988: Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins
• 1988: Stars and Bars
• 1989: Eversmile, New Jersey
• 1989: Mein linker Fuß(My Left Foot)
• 1992: Der letzte Mohikaner(The Last of the Mohicans)
• 1993: Zeit der Unschuld(The Age of Innocence)
• 1993: Im Namen des Vaters(In the Name of the Father)
• 1996: Hexenjagd(The Crucible)
• 1997: Der Boxer(The Boxer)
• 2002: Gangs of New York
• 2005: The Ballad of Jack and Rose
• 2007: There Will Be Blood
• 2009: Nine
• 2012: Lincoln

Karriereende: 20.06.2017

Nach der kurzen Vorstellung möchte ich Euch nun sagen, wieso er für mich ein ganz ganz großer Meister seines Fachs ist! Ob er als ausdrucksstarker Charakterdarsteller in Lincoln oder Im Namen des Vaters daher kommt oder als alles zerstörende Naturgewalt wie in There Will Be Blood oder Gangs of New York, es ist eine Freude und ein beeindruckendes Erlebnis, ihm bei seinem Spiel zuzuschauen.

Er schafft es wie kein anderer, Minuten eines Films, ohne Dialoge, ja sogar ohne Monologe einfach nur mit seiner Präsenz zu füllen! In Blockbustern ist er eher selten zu finden, lehnte beispielsweise die Rolle des Aragorn in Herr der Ringe ab, scheut sich nicht vor schwierigen, gesellschaftskritischen Themen, wie die Probleme der Katholiken und die Gewalt in Nordirland.

Seine Wandlungsfähigkeit und sein eingesetztes method acting sind beispiellos!
Als einziger Schauspieler erhielt er 3 Oscars als bester Hauptdarsteller (mein linker Fuß 1989 – There Will Be Blood 2007 – Lincoln 2012), die er sich auch absolut verdiente! Und ich meine richtig verdiente! Nicht so „Leonardo DiCaprio verdient“ der, zugegebener Weise, ziemlich oft – ziemlich gut war, aber noch nie wirklich brillierte als Schauspieler.

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Auf andere verliehene Preise, die, wie Ihr Euch denken könnt, es zu Hauf gibt möchte ich aus Platzgründen nicht näher eingehen. Wenn es noch drei erwähnenswerte Ehrungen in seiner Vita gibt, ist es einmal die Aufnahme in die American Academy of Arts and Sciences im Jahr 2011, die Verleihung der Ritterwürde von Prinz William im Jahr 2014 und einen Nachruf auf sein filmisches Schaffen in der Filmsparte des Krötor Blogs 2017.

Die letzte Hoffnung, die wahren Filmfans auf dieser Welt bleibt ist, dass er vielleicht genau wie im Jahr 2002 wieder zurückkommt, nachdem er sich eine 5 jährige Auszeit genommen hatte, um sich in Florenz dem Schumacherhandwerk zu widmen.
Allein schon deswegen hätte ich mir ihn bestens als Hauptdarsteller in dem Formel 1 Rennsport Biopic “Michael“ vorstellen können.

So liebe Gemeinde, ehrt den Künstler, wie man einen Künstler am besten ehrt: Schaut euch seine Kunst an! Und ich denke dann wird sich, wie auch bei mir, Begeisterung und Wehmut in Euch breit machen.

Wir sehen uns in 2 Wochen mit einer Rezension – Versprochen! Viele Grüße, mit einem weinenden Auge, Euer

U.J.M.

Fotos: Filmstarts.de, Moviepilot, whatculture.com

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5 Kommentare zu “Nachruf auf einen Lebenden…

  1. Pingback: Das Goldene Lesezeichen: Juni 2017 | Ma-Go Filmtipps

  2. Wäre ich Schauspieler und hätte ich je eine Szene mit Day-Lewis gedreht, hätte ich in der allen möglichen Unsinn angestellt und Grimassen gezogen. Hätte niemand bemerkt, denn das irgendjemand irgendwen oder irgendetwas anderes ansieht, während Day-Lewis im Bild ist, scheint mir sehr unwahrscheinlich. Er ist eine absolut magnetische Präsenz, verschwindet gleichzeitig aber völlig in seinen Rollen, anders als eben di Caprio, der immer Leonardo di Caprio als… bleibt.

    Ein toller Schauspieler und ich habe noch genug seiner Filmografie vor mir, dass mich sein Ruhestand (noch) nicht allzu traurig macht.

    Ein schöner Artikel und verdientes Goldenes Lesezeichen, übrigens! 🙂

    Gefällt 1 Person

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