Geh (nicht) in den Winterwald

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Das Werk besticht durch stimmiges Design

Hallo Leute,

nachdem der Beef zwischen mir und U.J.M. (das U. steht für Abmahnung) nun geklärt ist, können wir uns wieder den schönen und sinnigen Dingen des Lebens widmen. Zum Beispiel, dem Rollenspiel, ein Hobby, dem ich schon seit längerem fröne. Es ist ein sehr schönes Hobby, aber auch zeit- und vor allem regelintensiv. Ich persönlich bin jemand, dem beim Rollenspiel die Story und die Atmosphäre lockt und weniger irgendwelche Kämpfe, die gefühlt tagelang dauern. Natürlich gehören diese dazu, aber für mich gilt: umso weniger würfeln, dafür umso mehr Handlung, Spaß, Grusel und Spannung.

Mit Grusel haben wir auch schon das Stichwort. Das mir vorliegende Werk: „Geh nicht in den Winterwald“, ist ein Rollenspiel, mit sehr leicht zu erlernenden Regeln. Um genau zu sein, sind die Regeln – mehr oder minder – Nebensache und man widmet sich nur der Story, die sehr atmosphärisch daherkommt.

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Eine coole Karte gehört immer dazu 

Dreh- und Angelpunkt des Spiels ist der Winterwald und das nahe liegende Dorf. Um diesen Wald ranken sich Sagen, Mythen, Geschichten und vieles mehr. Aber alle führen zum gleichen Fazit: Geh nicht in den Winterwald. Was liegt einem also näher, als in den Winterwald zu gehen? Das Heftchen (endlich konnte ich mal ein Regelwerk in einem durchlesen) kommt im schicken A5 Format daher und beinhaltet knappe 70 Seiten. Die Kapital werden immer wieder, durch schicke Artworks, aufgelockert.

Geht nicht in den Winterwald wird uns präsentiert vom System Matters Verlag und basiert auf dem amerikanischen Original von Red Moon Medicine Show / Clint Krause

Wer nun vermutet, ein Instant Rollenspiel vor sich zu haben liegt damit nicht ganz richtig, denn ein bisschen Rollenspiel Erfahrung sollte man mitbringen, um sich ganz in diese Welt, voller Folklore, Mythen und Sagen, fallen lassen zu können.

Es geht um ein kleines Dorf in den ehemaligen britischen Kolonien in Amerika und spielt Ende des 18. Jahrhunderts. Empfohlen wird, was ich sehr cool finde, das Spiel am Lagerfeuer (oder ähnlich atmosphärischen und leicht kalten Orten)  zu spielen, damit es seinen vollen Charakter entfalten kann. Und zwar wird es in Form einer Lagerfeuergeschichte erzählt. Zwei bis beliebig viele Spieler nehmen daran teil. Einer der Personen spielt den Spielleiter. Dieser ist für die Erzählung der Story und die Nichtspielercharaktere zuständig. Die anderen Spieler schlüpfen in die Rolle von Dorfbewohnern.

Als Vorlage für die Geschichte werden uns vier Möglichkeiten gegeben. Diese können so übernommen werden, ebenso kann man auch eigene Szenarien entwerfen. Die Spieler suchen sich nun eine Figur aus und einen Grund, aus dem sie in den immer kalten Winterwald müssen oder möchten. Der Spielleiter kennt die Spielercharaktere und ändert gegebenenfalls das (vorgegebene) Szenario ab, damit es zu den Spielern passt oder umgekehrt. Nun beginnt die Geschichte. Der Spieler erzählt in der dritten Person und in der Vergangenheitsform. So wird der grob vorgegebene geschichtliche Rahmen erzählt und gespielt. Durch Erzählungen gerät die Story in Fahrt. Hier kommen die Regeln ins Spiel, die der Geschichte Spannung und Aufwind geben. Jeder Spieler erhält ,beim Betreten des Winterwaldes, einen Kälte Marker (symbolisiert durch einen Kieselstein oder ähnliches). Weitere Kälte Marker gibt es bei Verletzungen, Gefahren, Erschrecken,… Beim sechsten Kälte Marker ist die Geschichte für den Unglücklichen Spieler zu Ende und er wird „passend“ aus dem Verkehr gezogen.

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Was uns wohl im Winterwald erwartet?

In diversen Situationen (Angriff, Storywendung, Fund einer bestimmten Sache, plötzliche Geräusche,…) wird der Spieler aufgefordert, mit einem sechsseitigen Würfel zu würfeln. Die Situationen sollten jedoch eindeutig mit JA oder NEIN zu beantworten sein und hängen, mit der Anzahl der gesammelten Kälte Marker, zusammen. Ein Beispiel: Es entsteht eine Situation, in der der Spieler etwas hören könnte. Der Spieler beschreibt dies folgendermaßen: „Aldoin (Name seines Charakters) geht in den Wald und lauscht“. Der Spielleiter fragt: „Hört Aldoin etwas?“ und bittet den Spieler, zu würfeln. Würfelt der Spieler über die Anzahl seiner Kälte Marker, wird die Frage mit JA beantwortet und das Geschehen  nimmt seinen Lauf. Würfelt er darunter, so lautet die Antwort NEIN und die Geschichte geht anders weiter. Durch diese Schicksalsfunktion kommt einiges an Pepp und Abwechslung ins Spiel und das ohne zig Regeln.

Neben den Regeln, möglichen Geschichten und Tipps, finden sich auch Legenden im Regelwerk, welche auch schnell in ein Szenario umgewandelt werden können und damit „spielfertig“ sind.

Mein Fazit: Ein herrliches, stimmiges (nicht ganz) casual Rollenspiel, vor einem gruseligen Hintergrund. Jeder, der etwas am Geschichten erzählen  hat, Rollenspiel mag und sich gerne gruselt, sollte hier zugreifen. Mir persönlich gefällt es sehr gut und es ist das erste Regelwerk seit langem, dass ich in einem Zug und vollständig, gelesen habe. Es ist eine herrliche Vorstellung, mit Gleichgesinnten am Lagerfeuer zu sitzen und seine eigene Geschichte zu spielen. Zieht Euch warm an Leute, denn der Winterwald hat seinen Namen nicht von irgendwo her.

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Alle Bilder sind dem Regelwerk vom System Matters Verlag , bzw. der homepage Red Moon Medicine Show / Clint Krause  entnommen

Stay tuned

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Rezi: Die Geschichten von Yggdrasil

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Hallo Leute,

ich muss gestehen, dass ich mir sehr viele Gedanken über diese Rezension gemacht habe. Nicht, weil das Buch schlecht ist, im Gegenteil. Es kommt mir jedoch etwas vor, als müsste ich die Bibel rezensieren. Wir reden hier von einer sehr alten Bibel, deren Ausdrucksweise wir nicht verstehen würden. Und diese Bibel wurde, von einem wundervollen Menschen, in die Moderne versetzt. Es handelt sich hierbei jedoch nicht um „DIE“ Bibel, sondern um eine weitere Bibel. Derer gibt es in meinen Augen viele. Gibt es doch auch viele Götter und nicht nur den einen (in meinen Augen).

Jene Bibel hat einiges gemeinsam mit „DER“ Bibel, aber sie ist dennoch vollkommen anders. Luci van Org (meinen herzlichsten Dank an sie, für die Bereitstellung dieses Werkes) hat mit viel Herzblut, Fantasie, Weisheit und Intelligenz die alten nordischen Sagen in unsere Zeit transferiert. Und dies mit vollem Erfolg.

Ich verfiel den Sagen um Odin, Thor, Loki, Frigg,… und die Götter, Riesen, Zwerge,… wurden zu meinen Freunden. Ich freute mich jeden Abend aufs neue, diese Lektüre genießen zu dürfen. Uns werden hier Geschichten, rund um die nordischen Götter, erzählt. Es handelt sich um lustige, traurige, boshafte, bemerkenswerte und vor allem wissenswerte Dinge. Wir erfahren, wie die nordischen Götter noch heute unter uns sind.

Sei es in den Namen diverser Wochentage, z.B.: stammt der Name „Donnerstag“, von niemand geringerem, als Thor, dem Donnerer ab. Sei es die Tatsache, dass Menschen den Göttern mehr als ähnlich sind. Sei es die enge Beziehung zu „DER“ Bibel, schließlich haben die nordischen Götter unsere Welt, laut den Sagen, auch erschaffen. Sei es die enge Bindung der nordischen Götter zu den Menschen. Oder sei es und das ist wichtig(!), die Tatsache, dass Gastfreundlichkeit den Göttern mehr als alles andere bedeutete.

Letzteres wird leider durch diverse nationalsozialistische Gruppen anders dargestellt, die die nordischen Götter für sich beanspruchen und diese dadurch etwas „braun“ angestrichen haben. An dieser Stelle möchte ich nur sagen: „Ihr unwissenden Dämlacken.“ Die nordische Mythologie hat nichts, aber auch gar nichts, mit rechtem Gedankengut zu tun. Im Gegenteil! Das lässt sich aber erstens aus dem Buch herauslesen und ist zweitens sowieso klar, da solches Gedankengut keinen Platz hat. Leider bedienen sich immer wieder klägliche Randgruppen religiöser Hilfe, was aber einfach falsch ist.

Mich persönlich haben die Geschichten bereichert. Manche kannte ich schon, manche nicht. Ich fühlte mich teilweise an den ersten Part von „Das Leben und das Schreiben“, von Stephen King erinnert. Hier berichtet er von zusammenhanglosen Erinnerungsfetzen aus seiner Jugend, die doch irgendwie ein Ganzes ergeben (auch wenn Herr King dies bestreitet).

Und für Fans der aktuellen Serie (und des genialen Buches) „American Gods“, kommt dieses Werk auch gerade recht. Viele Charaktere sind mehrschichtiger, als zuerst gedacht. Schnell kommen das klassische Gut und Böse durcheinander. Niemand ist rein gut oder böse. Es vermischt sich. Wird menschlich.

Ich hatte mir so viele nette Dinge aus dem Buch notiert, die ich zum Besten geben wollte, aber das passt nicht. Bei diesem Werk ist es richtiger, wenn ich mich pauschal halte (mit der Info, dass das Buch klasse ist) und jeder für sich die kleinen Dinge darin entdecken soll und das große Ganze, welches die Lektüre ergibt. Daraus lernen soll, darüber nachdenken soll oder manchmal auch einfach lachen.

Die ganze Familie ist dazu eingeladen, denn auch die Kleinen können die Geschichten ohne Probleme verstehen und davon lernen.

Es handelt sich hier halt um „DIE“ etwas andere Bibel, die jedoch viele Parallelen zeigt und sich herrlich lesen lässt.

Mein Fazit: Alle Fans von aktuellen nordischen Serien (American Gods, Vikings,…) werden hier genauso perfekt unterhalten, wie Leute, die einfach mal wieder etwas anderes lesen möchten. Dies ist kein zusammenhängender Roman, sondern vielmehr eine einfühlsame Anthologie, die von einer Person zusammengefasst wurde. Ich habe mich prächtig amüsiert und bin Luci sehr dankbar, dass ich dieses Werk beurteilen durfte. Bewerten kann ich es nicht, da es keine ausgedachte Geschichte ist. Aber Schreibstil und Herzblut bekommen von mir 6 von 5 Speeren. Und das „neue“ Havamal: GRANDIOS!

AUF FREMDEN PFADEN

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Bildergebnis für auf fremden pfaden

Kroetor.com ist ein ehrlicher Blog. Ehrlich zu sich selbst und ehrlich zu seiner Community. Ich könnte an dieser Stelle so etwas schreiben, wie: “Und nun wieder eine neue Buchrezension. Diesmal…”. Aber das tue ich nicht. Wer sich die Arbeit macht, den Blog zu durchforsten, der wird (um es mit den Worten von Random House zu sagen) ein/zwei (Hör)Buchrezensionen finden. Ich persönlich liebe Bücher. Allerdings liebe ich auch Filme, Kolumnen und unnötiges Zeug. Ich will aber nicht zu sehr ausschweifen (mein Problem:)). Wichtig ist, dass Bücher ab nun eine feste Sparte in diesem Blog werden und wichtig ist, dass Bücher gelesen und (GANZ WICHTIG) rezensiert werden. Unser heutiges Werk (welches auch verlost wird, aber dazu später mehr) hört auf den wunderschönen Namen “Auf fremden Pfaden – Erotische-Phantastik-Anthologie”. Wie die Head- und Subline vermuten lassen, handelt es sich hier um eine Ansammlung von Geschichten, verschiedenster Autoren, die mit dem Genre (Erotik) nicht ganz oder (Phantastik) schon eher vertraut sind. Ich möchte und werde hier nicht auf einzelne Autoren und / oder Geschichten eingehen, denn dies soll kein Buch, sondern eine Rezension werden. Von daher werde ich mich allgemein halten.

An dieser Stelle könnte ich (wie viele Kollegen) den allseits beliebten Klappentext aufführen. Ich tue dies, aber mit meinen Worten: eine tapfere Riege von Autoren (die ich teilweise sogar kenne und alle schätze) wagt sich mit ihrem Schiff, der “Auf fremden Pfaden”, an die Grenzen ihrer sonstigen Wirkungsstätten. Es sei gesagt, dass ausnahmslos alle dies sehr unterhaltsam tun. Es geht um Käferinvasionen, klassisches Gut und Böse, Leichenschmaus, keuche Dämonenjäger, Mad Max… äh Sex, epische Geschlechtsverwechslungen, abstrakte Einhörner, einschneidende Körperbemalungen, orientalische Schlappschwänze, Katzen, ekstatische Zombieliebhaber, lesbische Meerjungfrauen, Silent Hill artige Begebenheiten, männliche Succubusse (die echt arm dran sind), recycelte Hexen, lustvollen Kannibalismus (bei dem sogar beide ihre Erfüllung finden), klassische Porn-Fantasy und dem guten alten Golem beim Junggesellinnenabschied (der darf nicht fehlen!!)

Soweit zu meinem Klappentext. Ich habe all diese Geschichten in kurzer Zeit gelesen und mich in jeden einzelne verliebt. Jeder Autor hat es in meinen Augen geschafft, auf fremden Pfaden zu wandeln und dabei sie oder er selbst zu bleiben. Es gab Geschichten, die mich fasziniert haben, es gab Geschichten, die mich belustigt haben und es gab Geschichten, die mich (hoffentlich liest das meine Mama nicht) erregt haben. Während der Lektüre dieser Geschichten habe ich mir ein System zur “Auswertung” einfallen lassen, damit auch diejenigen mich verstehen, die eher mit Zahlen, als mit Worten, kompatibel sind. Es gab für mich einmal die klassische (total objektive) Schulnote. Und dann drei Kategorien (jede kann maximal drei Sterne erreichen): Unterhaltung, Erotik und Romantik. Nun fragt sich vielleicht der ein oder andere: “Warum Romantik und nicht Phantastik”. Ziemlich einfach ist die Antwort dazu: in letzterem sind die Autoren zu Hause und ersteres geht in vielen Fällen Hand in Hand mit der Erotik.

Kommen wir also zur Wertung (jeweils die Gesamtwertung aller Geschichten):

Schulnote Buch: 2+

Unterhaltung: 2,78 von 3 Sternen

Erotik: 2,2 von 3 Sternen

Romantik: 2,4 von 3 Sternen

Dem aufmerksamen Leser (oder dem, der bei dieser doch etwas längeren Rezension überhaupt noch liest) mag aufgefallen sein, dass die Erotik der Romantik weichen muss. Nun stellt sich die Frage “Wie kann das sein? Ist es doch eine Erotik Anthologie”. Hierüber habe ich mir auch lange Gedanken gemacht. Bis ich auf den Schluss kam, dass es eine Erotik-Phantastik-Anthologie ist, wie der Buchtitel es verrät. Und keine Erotik-Porno-Anthologie.

Mein Fazit ist, dass wir hier ein Buch vor uns haben, welches von herausragenden Schriftstellern mit Herzblut geschrieben wurde. Das liest man aus jedem Satz heraus. Auch wenn die eine Geschichte erregender sein mag, als die andere, so sind doch alle gleichermaßen  lesenswert und machen einfach Spaß. Ein weiteres Highlight ist die Anspielung der Heraus- und tollen Geschichtengeberin, Isa Theobald, im Vorwort. Ka-tet, Isa, Ka-tet. Außerdem fand ich die (es gibt bestimmt ein Wort dafür) Bildchen, die den ersten Buchstaben der Geschichte darstellen, grandios. Jeder Stil jeder einzelnen Geschichte genau wiedergegeben. Klasse! Und ich danke Isa für die Bereitstellung dieses Werkes, zum Rezensieren. Es hat mehr als Spaß gemacht.

Und wer dieses Buch nun sein eigen nennen möchte (auch wenn eine Widmung auf meinen Namen drin steht), der schicke eine Mail mit dem Titel: “Fische können fliegen” an meine Adresse: genervteroktopus@web.de. Die Mail die als erstes ankommt gewinnt.

 

Stay tuned:)

 

 

Mal was in eigener Sache

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Hallo Leute,

morgen gibt es wieder die Kolumne, aber heute habe ich noch ein kleines Anliegen.

Ich wäre sehr stolz, wenn der ein oder andere, dem dieser Blog gefällt, sich mal meine Kurzgeschichten bei Amazon gibt:) Einfach dem Link folgen:

https://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss_2?__mk_de_DE=%C3%85M%C3%85%C5%BD%C3%95%C3%91&url=search-alias%3Daps&field-keywords=sascha+leidinger

Das würde mich sehr erfreuen:)

Stay tuned…51oXrXMyl9L._SY346_

 

Rezension zu „Die Gästeliste“ von Sanne Averbeck

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Ich fange mal mit dem Ende an. Das ist zwar nicht chronologisch, aber das ist Pulp Fiction auch nichtJ Sonja Rüther schrieb mir einmal, dass ich als Autor den Weg zum Finale genießen soll. Sanne Averbeck hat das perfekt umgesetzt. Das Finale hat mich umgehauen. So viele Wendungen binnen so kurzer Zeit und alle auch nachvollziehbar. Einfach der Hammer. Das Buch an sich ist genau so genial, wie sein Ende. Es geht um eine knallharte Geschäftsfrau, deren Leben durch einen Killer aus den Fugen gerät. Carola, so heißt unsere „Heldin“, hat alles im Griff. Sie kennt sich bestens mit Menschen und sozialen Netzwerken aus. Außerdem versteht sie es, diese beiden Kenntnisse so zu kombinieren, dass sie mehr als gut davon  leben kann. Sie wirkt eiskalt. Ich finde jedoch nicht, dass der Charakter überzeichnet ist. Ich kann mir so eine Carola sehr gut vorstellen und zwar genauso, wie im Buch. Jedenfalls lässt Carola des Öfteren Parties steigen. Natürlich nur mit geladenen Personen, die sie in ihrer Karriere weiterbringen können. Ganz subtil lenkt sie ihre Gäste und zieht die Fäden zu ihren Gunsten. Bis plötzlich jemand anfängt, ihren Freundeskreis durch Mord zu reduzieren. Was natürlich nicht eben die perfekte Reputation für sie istJ Die zweite Protagonistin ist Bianca, ihre beste Freundin. Man denkt, dass so eine Person keine echte Freundschaft haben kann, es ist jedoch anders. Bianca und Carola kennen sich schon seit der Schulzeit. Man erfährt nicht viel über ihre gemeinsame Vergangenheit. Jedoch merkt man, dass es eine (für Carola Verhältnisse) echte Freundschaft ist. Bianca ist das Gegenteil von Carola. Die graue Maus. Diese wird jedoch im Verlauf des Plots etwas bunter. Aber ich will nicht zu viel spoilern. Das Buch ist spannend geschrieben. Es ist am Puls der Zeit und es macht einfach Spaß, sich in diese Welt fallen zu lassen und in der Clique von Carola Mäuschen zu spielen. Die ganze Geschichte hat etwas von Scream in der Zukunft. Und damit meine ich nicht die mittelmäßige Scream Serie, sondern eine perfekt Inszenierung. Die Wendungen und Ideen sind grandios. Was mir auch gut gefallen hat ist, dass ein Charakter mich total an Castiel aus Supernatural erinnert hat. Ich weiß nicht, ob das von der Autorin als Easter Egg oder doch eher unbewusst gedacht war. So oder so: cool.

Ich gebe dem Werk „Die Gästeliste“ von Sanne Averbeck 4 von 4 Kröten. Da ich das Hörbuch „gelesen“ habe, möchte ich noch ein dickes fettes Lob an Vera Teltz geben. Sie schafft Atmosphäre, liest toll, hört sich genial an und ist eine der wenigen Frauen, die nicht lächerlich klingen, wenn sie mit entsprechender Stimme die Rolle eines Mannes sprechen. Klasse gelesen.

Was fürs Wochenende

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Pünktlich zum Wochenende gibt es was für nix:)
Morgen ist die Kurzgeschichte „Resturlaub“ bei amazon für umme. Das einzige was Ihr tun müsst, ist diesen Link anklicken:
Dann Resturlaub wählen und lesen. Und bitte, biiiiitttteee bewerten.
Ein schönes Wochenende Euch:)

Buch und Hörbuchtipp

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Mein Tipp des Monats in Sachen Buch und auch Hörbuch (da Hammer Sprecher) ist „Die Monster die ich rief“ von Larry Correia. Eigentlich bin ich nur durch stöbern auf audible zu diesem Werk gekommen. Das Thema ist mit Sicherheit kein neues, aber sehr gut umgesetzt. Das Rad wurde quasi nicht neu erfunden, aber mit fetten Chrom-Felgen versehen. Es geht um einen Durchschnittstyp mit latent krimineller Vergangenheit, der nun als Buchhalter arbeitet. Mit seinem Chef kommt er gar nicht klar. Dieses Verhältniss verschlimmert sich noch, als der Chef zu einem Werwolf wird und unserem Helden Owen an den Kragen will. Dieser wehrt sich erstaunlich gut und macht dadurch MHI (Monster Hunter International) auf sich aufmerksam, die ihn anwerben (wollen). Sehr gut geschrieben. Ein genialer Humor an den richtigen Stellen und für Lovecraft Fans ein Traum. Der erste Band war richtig gut und aktuell höre ich den zweiten Band (Der Club der toten Monster). Wenn jemand was witziges zu lesen, bwz. hören, für zwischendurch braucht: zugreifen!!