Gefahr

Hallo Leute,

ich mache mir im Vorfeld immer lange Gedanken darüber, was ich in die Kolumne packe. Ich überlege und freue mich dann über kuriose und skurrile Ideen, die mir so zufliegen. Meistens kommt dabei eine lustige und bissige Kolumne, über seltsame Eigenarten mancher Menschen, heraus.

In den heutigen Zeilen wird dies etwas anders sein. Heute werde ich etwas dunklere Töne anschlagen und mich dem Thema „Gefahr“ widmen. Oder besser gesagt, dem Thema „sich in Gefahr begeben“.

Ich selbst begebe mich gerne in Gefahr. Hier reden wir jedoch von simpler, bzw. kontrollierter Gefahr. Damit meine ich z.B.: Hochseilgarten besuchen, Achterbahn fahren, mit dem Fahrrad schnell einen Berg herunter fahren, Bungee springen, Klettern, … solche Dinge halt. Ich mag den Nervenkitzel, den man dabei hat und man weiß (tief im Inneren), dass an sich nichts passieren kann. Ein kleiner Kick halt. Danach fühlt man sich (dank Adrenalin und Glückshormonen) besser, es ist relativ sicher und vor allem macht es Spaß.

Nun gibt es aber auch unkontrollierte Gefahren, die ich persönlich meiden würde. Hiermit meine ich Dinge, die mit Sicherheit auch einen Kick geben, aber eben nicht kontrolliert sind. Dabei denke ich an den Besuch bestimmter Viertel New Yorks (zu gewissen Uhrzeiten) oder daran, mit verbundenen Augen Auto zu fahren, bzw. Basejumps, aber auch heftigere Dinge, wie Russisch Roulette.

Nun werdet Ihr sicherlich denken, dass Dinge, wie Russisch Roulette, doch keiner macht. Es ist aber anders. Es gibt Beispiele für Ereignisse, in denen sich Personen (ob bewusst oder unbewusst) in Gefahr begeben. Ein Beispiel ist eine junge und hübsche Frau, die Nachts in entlegenen Winkeln einer Stadt joggen geht. Es ist natürlich komplett ihre Sache, was sie tut. Aber warum begibt diese Frau sich (in meinen Augen bewusst) in Gefahr? Selbst wenn sie Kampfsport ausübt, Pfefferspray dabei hat oder auch einen Elektroschocker. Was hilft das alles gegen eine Gruppe von Halunken, die ihr ans Geld und / oder an die Wäsche wollen? Warum geht die junge Dame nicht am Tag laufen? Oder (wenn ihre Arbeit oder ähnliches das nicht zulässt), warum geht sie nicht am Wochenende oder ins Fitness Studio? Ich betone nochmals, dass dies natürlich nicht mein Problem ist, dennoch stelle ich mir die Frage, warum sich jemand bewusst in eine solche Gefahr begibt. Ist das auch ein Kick? Erhöht es das Selbstbewusstsein? Fühlt man sich danach toll? Wahrscheinlich gehört es dazu. Wie beim Russisch Roulette auch.

Dann gibt es noch das Thema „Verbranntes Kind scheut das Feuer“ (oder auch nicht). Ich habe einmal ein Interview mit einer Frau gelesen. Diese wurde bereits mehrfach vergewaltigt und sah dennoch kein Problem darin, drei wildfremde Männer mitzunehmen, die per Anhalter in eine Stadt wollten. Der Journalist fragte die Frau, warum sie das denn täte. Es gäbe doch eine (nicht geringe) Chance, dass diese Männer ihr an Geld  und / oder Wäsche wollten. Die Frau wollte auf diese Frage nicht antworten, und der Interviewer wechselte das Thema. Ich weiß nicht mehr genau, wie die Unterhaltung weiter ging, aber die Geschichte mit den Anhaltern ist mir im Kopf geblieben. Warum macht diese Frau das? Sie hat mehrfach das (vielleicht) Schlimmste und Erniedrigenste erfahren, was einer Frau zustossen kann. Warum also reagiert sie nicht anders? Ist es vielleicht auch hier ein unbewusster, subtiler Kick? Oder geht es um das Vertrauen in die Menschheit, welches die Dame einfach nicht verlieren möchte? Ich habe mir lange und oft Gedanken über dieses Thema gemacht, aber kam zu keinem schlüssigen Ergebnis. Außer dem Fazit, dass auch diese Situation dem Russisch Roulette ähnelt. Nur, dass es hier nichts zu gewinnen gibt.

Warum mache ich mir solche Gedanken? Keine Ahnung. Ich weiß jedoch, dass mir, bei meinen „üblichen“ Kolumnen, lustige Dinge einfallen. Aber diese Kolumne ist eben anders. Die zwei genannten Situationen haben mich beschäftigt und ich dachte mir, dies mit Euch zu teilen. Ich würde mich sehr über Meinungen und Diskussionen freuen. Vielleicht seht ihr das alles anders?

Stay tuned

 

 

Mitteilungsbedürftig

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Hallo Leute,

es ist Urlaubszeit und somit auch Reisezeit. Menschen genießen die vermeidlich schönste Zeit des Jahres, indem sie ihre eigenen vier Wände verlassen und die große weite Welt bereisen. Ihr erwartet jetzt vielleicht eine Kolumne über Handtücher, die Liegen besetzen oder feier wütige Engländer, die arme kleine Inseln niederzelebrieren oder dergleichen. Aber keine Angst, im Wissen darum, dass jetzt jeder über derartige Dinge schreibt, kommt von mir etwas, was einem in der Reisezeit (und auch ansonsten) oft begegnet, einen sogar anschreit: Nummernschilder.

Nummernschilder gehören zum Auto dazu, soviel ist klar. Und da wir ja ein individuelles Völkchen sind, dürfen wir auch bei der alphanumerischen Gestaltung der kleinen Blechfreunde mitbestimmen. Da Unterteilung eine meiner Stärken ist, erlaube ich mir nun, die Bevölkerung in drei Gruppen von Nummernschild-Typen, zu unterteilen:

Der Ist-mir-egal-Typ

Dieser lustige Geselle hat Spaß am Leben, indem er lebt. Er hegt kein Bedürfnis, seine Wünsche, Ängste, Alter, Geburtsdatum oder seine Initialie in sein Nummernschild einfließen zu lassen. Warum auch? Man kann mit Menschen reden, sie kennen lernen und dann sogar verbal sein Alter und weitere zweckgebundene Informationen weitergeben. Das läuft echt so. Der Ist-mir-egal-Typ hat das begriffen und lässt keinerlei Informationen über das Nummernschild heraus. Außer natürlich dem Ort, an dem das Auto angemeldet ist. Der Rest ist lebenserfrischende Willkür

Der Das-ist-lustig-Typ

Dieser humoristische Autobesitzer erlaubt es sich, durch das Nummernschild, zu scherzen. Solche Späße, wie: TR-OY, BIT-CH, LM-AA und weitere, spiegeln seinen Humor wider. Auch der Das-ist-lustig-Typ hegt keinerlei Interesse daran, Informationen aus seinem Leben preis zugeben. Warum auch? Ihm ist durchaus bewusst, das persönliche Informationen angefragt werden. Man muss sie nicht (in diesem Falle durch das Nummernschild) jedermann aufdrängen. Der Das-ist-lustig-Typ drückt seinen Mitbürgern ein Lächeln ins Gesicht. Das ist schön

Der Social-Nummernschild-Typ

Dieser, immer öfter auftauchende Schlingel, drückt alles, aber auch alles, was möglich ist, über sein Nummernschild aus. Ein Beispiel: ich konnte am Nummernschild der neuen Kollegin erkennen, dass es ihr Auto war (Initiale) und, dass sie Samstag vor 2 Wochen Geburtstag hatte. Es ist mittlerweile Standard für diese Tierchen, dass man Vor- und Zunamen, Geburtsdatum, Telefonnummer, Blutgruppe, Kleidergröße und was auch immer im Nummernschild lesen kann. Liebe Leute, ich war auch einmal so, aber ich kann Euch sagen, wenn jemand das wissen will, dann fragt er. Ihr braucht Euch nicht über Euer Nummernschild auszudrücken. Mittlerweile kann man über Eure Nummernschilder fast soviel von Euch erfahren, wie bei Facebook. Wie geht es weiter? Ist es wie mit den Handies? Die Nummernschilder werden immer größer, mit Fotos versehen und Infos, Infos, Infos? Wird es bald Katzencontent auf Nummernschildern geben? Spam auf Nummernschildern? Können wir es so einrichten, dass verhasste Personen unser Nummernschild nicht lesen können? Oder können wir sogar Nummernschilder liken. Wäre doch auch cool. Ich lese auf dem Schild des Autos vor mir, dass der Besitzer Katzenliebhaber ist und sehe ein tolles Bild von seinem Mittagessen, dass herrlich angerichtet ist. Wer würde da nicht direkt den Like-Button drücken. Ebenso sollte man natürlich jegliches no-go Content auf Nummernschildern verbieten oder melden. Vielleicht wird das alles bald Zukunft und jemand (ich???) erfindet Carbook, Instavehicle, Snaptruck oder ähnliches. Wer weiß das schon? Ein weiterer Vorteil wäre, dass große Teile eines Bewerbungsgespräches sich im Vorfeld schon erledigen, wenn man auf den Parkplatz der Firma fährt. Natürlich werden Hater es sich nicht nehmen lassen, Autos zu beschädigen, die nicht ihren geistigen Vorstellungen entsprechen. Aber das ist ein anderes Thema und geht jetzt zu weit

Ich persönlich mag und verstehe alle drei Typen der Gattung Nummernschild. Letzterer würde ich jedoch abraten, auf dem Nummernschild zu posten, dass und wo sie gerade in Urlaub sind, da sonst jemand die Chance nutzen könnte, um das Gefährt zu klauen und auch noch in das Haus einzubrechen, vor dem die Karre steht.

Stay tuned…