GELB Kapitel 8 bis 10

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Hallo Leute,

normalerweise poste ich ja nicht so oft, aber die Rufe nach mehr „Gelb“ waren nicht zu überhören. Also bekommt Ihr mehr Gelb. Viel Spaß damit!

Stay tuned

KAPITEL 8: DER MANN AM BIERSTAND

 

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Vollkommen entgeistert schaue ich in die Richtung, aus der die Stimme kommt. Aber erkennen kann ich nur gelbliche Nebelschwaden. Also gehe ich zum Bierstand. Ich traue meinen Augen nicht, aber hinter der Theke steht jemand. Ich kenne ihn nicht oder kann mich zumindest nicht an ihn erinnern. Er ist mittelgroß, etwas untersetzt und ca. Ende fünfzig. Er trägt eine blaue Jeans einen grünen Strickpullover, sowie eine Baskenmütze. Seine gutmütigen grauen Augen schauen in meine Richtung.

“Möchten Sie ein Bier auf den Schreck, oder darf es gleich ein Schnaps sein”? wiederholt er seine Frage, als ich näher komme.

“Beides”, sage ich geistesabwesend und frage mich dabei, ob die Getränke genießbar sind. Oder vielleicht vergiftet? Etwas in mir regt sich und meint, dass man mich schon hätte viel früher umbringen können, wenn man das gewollt hätte. Mein Inneres meint also, ich können etwas trinken. Und auch ich meine das, denn ich habe einen Drink bitter nötig.

Der Mann schaut mich weiter an und zapft in aller Ruhe ein Bier. Danach nimmt er ein Schnapsglas und fragt mich, welche Sorte ich bevorzuge. “Egal, wirklich egal” antworte ich und er nimmt eine Flasche Ouzo und füllt das Glas damit.

Anschließend stellt er mir beides hin und weist mit einer einladenden Geste darauf. “Zum Wohl”, sagt er und wartet, bis ich trinke.

Obwohl ich sehr viele Fragen an ihn habe, leere ich zuerst den Schnaps in einem Zug und dann die Hälfte des Bieres. Mir wird angenehm schwindelig und mein Mut steigt ein wenig an. Ein Teil von mir steht quasi wieder auf.

“Wo bin ich hier”, frage ich den Mann. “Das darf ich Ihnen leider nicht sagen, mein Herr” folgt die prompte Antwort. “Warum dürfen Sie mir das nicht sagen?”, frage ich ein wenig erbost. “Bitte verstehen Sie, dass ich Ihnen darauf keine Antwort geben kann, mein Herr. Sie können mir beliebige Fragen stellen und die, die ich beantworten kann, werde ich auch beantworten, mein Herr”, schließt der Mann. “Wie heißen Sie”, frage ich ihn. “Nennen Sie mich einfach den Keeper, mein Herr”, erfolgt die Antwort. “In Ordnung Keeper, warum bin ich hier”?, werfe ich ihm entgegen. “Sie gehören zum Kreis, mein Herr”, gibt er kryptisch zu. “Zu welchem Kreis”? frage ich entgeistert. “Zum Kreis derjenigen, die es gewesen sein könnten, mein Herr”, erfolgt die wenig aufschlussreiche Antwort. “Jetzt hören sie mir mal zu, Keeper, ich möchte ihnen nicht jedes verdammte Wort aus der Nase ziehen. Ich habe schlimme Dinge hinter mir und das unbestimmte Gefühl, dass die Krönung noch auf mich wartet. Ich finde meine Freunde nicht mehr, ich weiß nicht wo ich bin und auch nicht warum. Also sagen sie mir verdammt noch mal endlich, was Sache ist. Und, welches Bier ich gerade trinke”. “Sie trinken Öttinger, mein Herr. Und ich erzähle ihnen gerne alles, was ich zu erzählen befugt bin”, sagt er und schenkt mir noch Bier und Schnaps aus, was ich dankbar annehme. Dann fährt er fort: “Sie glaubten, im Wald, Kasim zu sehen”, beginnt er, als ich ihn direkt unterbreche: “Woher wissen sie das?”, frage ich ihn ungläubig. “Mein Herr, ich bitte sie, mich zuerst alles erzählen zu lassen und dann die Fragen zu stellen. Ist dies in Ordnung für sie, mein Herr”? fragt er. “In Ordnung”, gebe ich knapp zurück und lausche seiner Erzählung. “Sie glaubten, im Wald, Kasim zu sehen”, wiederholt er seinen Eingangssatz. “In gewisser Form, war das auch Kasim. Kasim kam bei einem Unfall ums Leben, das ist soweit richtig. Jedoch war jemand anders daran beteiligt. Jemand aus ihrem Freundeskreis, mein Herr, oder gar sie”. Ich bin baff. Weit meines Wissens hatte niemand von uns irgend etwas mit Kasim zu tun gehabt. Meine Freunde sind mir ein offenes Buch, so denke ich zumindest. Aber anscheinend ist dem nicht so, wenn ich dem “Keeper” glauben schenken darf. Er fährt fort: “Kasim hat nach seinem Tod… nennen wir es mal Verbündete gefunden. Er möchte sich ganz einfach rächen. Was man doch verstehen kann, oder mein Herr”? “Wie soll diese Rache aussehen”, frage ich den Keeper. “Ganz einfach, sie sehen diesen Jahrmarkt, mit seinen Fahrgeschäften. Die Fahrgeschäfte sind, nun sagen wir mal außergewöhnlich. Es wird anfangs eine Möglichkeit geben, damit sich der Mörder stellen kann. Tut er dies nicht, so wird jeder eine Fahrt wagen müssen. Danach gibt es wieder die Möglichkeit für den Mörder, sich zu stellen. Tut er das nicht, so gibt es wieder eine Fahrt, verstehen sie, mein Herr? Und dies solange bis, nun ja, bis es vorbei ist. Stellt sich der Mörder, kommen die anderen wieder in ihr gewohntes Leben zurück. Als Entschädigung für diese Szene werden diese sich an nichts mehr erinnern können”. “Wie großzügig”, teile ich sarkastisch mit. “Was geschieht mit dem Mörder, wenn es denn wirklich einen gibt? Und was meinen sie damit, dass es solange dauert, bis es vorbei ist”? “Nun, mein Herr, das Schicksal des Mörders wird Kasim besiegeln. Und die andere Frage wird sich zu gegebener Zeit von selbst beantworten”. Ich trinke mein Bier und den Schnaps und lasse seine Worte erst mal sacken. Es ist also ein Mörder unter uns. Und Kasim, wohlgemerkt tot, weiß das und will sich nun rächen. Ich vermute, dass die Fahrten auf den Konstrukten sehr gefährlich, vielleicht sogar tödlich, sein werden. Also sollte sich der Mörder stellen. Aber daran glaube ich nicht. “Was geschieht, wenn wir uns widersetzen”, frage ich den Keeper. “Mein Herr, denken sie ernsthaft, sie könnten sich dieser Situation widersetzen? Etwas, was sie und ihre Freunde hierhin schafft, diesen Jahrmarkt erschaffen hat und klar die Regeln vorgibt, wird es wohl kaum zulassen, dass sie sich widersetzen”. Seine Worte machen Sinn. Es ist vielleicht klüger, sich fürs Erste zu fügen. “Wo sind meine Leute”? frage ich. Er sieht mich eindringend an, schnippt mit den Fingern und plötzlich stehen alle am Tresen. Jeder mit Getränken versorgt und alle nachdenklich.

KAPITEL 9: WIEDERSEHEN

 

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“Hallo Leute”, eröffne ich trocken das Gespräch. “Wie geht es euch? Wisst ihr, was Sache ist”? “Ja”, meint Julius, ich habe dem Keeper alle Fragen gestellt, die ich hatte”. Ich schaue in die Runde und auch die anderen nicken zustimmend. Anscheinend hatte jeder sein kleines privates und intimes Stelldichein mit dem Keeper gehabt. “Hat ihn jemand von Euch getötet”? frage ich frei heraus. “Nein”, kommt es von meinem Bruder. “Niemals”, schließt sich Julius an. Ralf schüttelt den Kopf und Achim fragt ich, ob ich total blöde sei. Wie ich auf die Idee käme, jemand von uns hätte einen Mord begangen.

Mir kommt wieder das Gesicht von Ralf auf dem Karussell ins Gedächtnis. War das ein Hinweis? Eine Falle? Verwirrung? Ich belasse es fürs erste dabei, dass ich keine Ahnung habe.

“Was machen wir jetzt”, frage ich. “Mit Sicherheit nicht auf diese Höllengeräte steigen”, sagt Achim. Die anderen nicken zustimmend. “Das müssen sie auch nicht, meine Herren”, schaltet sich der Keeper ein. Wir sehen ihn verdutzt und etwas hoffnungsvoll an. “Wenn der Mörder sich stellt”, schließt er und zerstört damit meine Hoffnungen. Sie zerschellen wie ein auf den Boden gefallenes Glas. Ich versuche es wieder mit Vernunft und reden. “Leute”, beginne ich, “wie auch immer Kasim das hier geschafft hat, er wird es mit Sicherheit nicht getan haben, um uns einen Streich zu spielen. Wo auch immer er diese Macht herhat, er wird sie einsetzen. Ich selbst glaube nicht, dass wir hier lebend rauskommen, wenn sich der vermeintliche Mörder, dessen Existenz ich mir immer sicherer werde, nicht stellt. Also bitte seid ehrlich und gebt zu, wenn es einer von euch war. Ansonsten habe ich die starke Vermutung, dass der Killer nach dieser Aktion noch mehr Leichen auf dem Gewissen hat. Und zwar seine besten Freunde. Also. Wer war es”?

Alle starren mich nun an. Keiner sagt etwas. Der Keeper nutzt diese Ruhe, um das Wort zu ergreifen: “So, meine Herren, ich deute dies als die erste verpasste Möglichkeit, sich zu stellen. Es möge die erste Runde beginnen.”

Es wird kurz schwarz um mich und als ich mich wieder beruhigt habe, sitze ich auf dem Karussell.

KAPITEL 10: DIE ERSTE FAHRT

 

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Mir schnürt es vor Angst die Kehle zu. Ich sitze auf einem dieser Pferdewesen und bin nicht in der Lage, mich zu bewegen. Irgendeine Macht verhindert das. Mein Puls schnellt in die Höhe und ich bekomme Atemnot. Ich versuche, tief durchzuatmen und mich zu beruhigen. Viel Erfolg habe ich nicht damit. Die anderen Fahrgeschäfte sehe ich nicht, diese sind durch den Nebel von mir getrennt, wie zwei Zimmer in einem Haus, durch eine Wand. Ich vermute jedoch, dass meine Freunde nun auch jeweils auf einem Konstrukt sitzen und sich dem stellen müssen, was nun geschieht.

Plötzlich erklingt eine unangenehme Musik. Als würde jemand versuchen, mit Kreide, auf einer Tafel, ein bizarres Lied zu spielen. Es ist tatsächlich melodiös, aber es kratzt an meinen Nerven und wandert bis tief in meine Seele. Das Karussell beginnt sich zu drehen. Ganz langsam, wie ein normales Karussell. Ich verkrampfe und zwinge mich, ruhig zu bleiben. Wir drehen zuerst eine Runde, dann noch eine. Unvermittelt wird das Karussell schneller. Ich komme mir vor, wie auf einer Berg- und Talbahn. Ironischerweise fällt mir dabei ein, dass nun auch ein Freund von mir auf einer solchen sitzt und Angst hat.

Das Karussell wird immer schneller und schneller. Es wird langsam sehr unangenehm, doch die Geschwindigkeit wird nicht mehr erhöht.

Ich werde etwas ruhiger, als ich plötzlich eine Stimme höre: “Gestehe”, kreischt es in den Fahrtwind. Und wieder: “Gestehe”, “GESTEHE”, “GESTEHE”. Die Stimmen, nun sind es mehrere, scheine von überall zu kommen und hören sich gequält. Ich sehe mich panisch um und erkenne, dass die Köpfe der Pferdewesen allesamt zum Leben erwacht sind. Es scheint, als hätte jemand, beim DVD-Spieler, von “Pause” auf “Start” gedrückt. Alle Köpfe erleben die Qualen weiter, mit denen sie gestorben oder was auch immer sind. Und alle schreien: “GESTEHE”, “GESTEHE”,…

Ich fange vor Angst und Panik an zu kichern und schreie, dass ich nichts getan habe. Dass ich niemandem etwas getan habe. Wie irre lache und kichere und schreie ich, als das Gefährt plötzlich anhält.

Ich spüre, dass ich wieder bewegen kann und stolpere schnell von dem Ding weg. Dabei falle ich einmal hin, raffe mich wieder auf und gehe zurück zum Bierstand.

Ich hoffe, dass die erste Runde nur da war, um uns Angst zu machen und den Mörder zum Gestehen zu bringen. Hoffe, dass alle meine Kumpels wieder am Stand stehen. Werde aber enttäuscht. Mein Bruder fehlt.

Ohne auf die anderen zu achten, schreie ich den Keeper an: “Wo ist mein Bruder. Was habt ihr Schweine mit meinem Bruder gemacht. Ich renne auf ihn zu und pralle wieder eine unsichtbare Barriere. Er sieht mich lange an und spricht dann: “Ihr Bruder hatte leider nicht das Glück, das die anderen Herren und sie hatten. Es tut mir aufrichtig leid, aber dies geht wohl zu Lasten des Mörders.”

“Und wenn mein Bruder der Mörder war”, sage ich, fassungslos über mich selbst.

“Nein”, kommt die Antwort vom Keeper. “Das heißt, sie wissen, wer der Mörder ist?”, frage ich ihn. “Ich nicht, aber Kasim. Er wird mir Bescheid geben, sobald der Mörder tot ist.”

Ich wende mich an meine Kumpels: “Ihr habt ihn gehört. Mein Bruder ist schon wegen dem Arsch gestorben, der diese Mördernummer abgezogen hat. Ich bitte euch, endlich die Karten auf den Tisch zu legen. Wer hat ihn umgebracht? WER? Merkt ihr denn nicht, dass wir so alle drauf gehen? Und das nur wegen einem Feigling? Ich will nicht sterben. Und schon gar nicht für etwas, was ich nicht getan habe. Also sagt jetzt endlich, was Sache ist.”

Ich lasse die Worte auf meine Leute wirken und beginne innerlich zu brodeln. Keiner sagt etwas. Ich werde immer wütender und stürze mich auf Ralf. “DU WARST ES”, schreie ich ihn an. “Dein Gesicht ist auf dem Karussell. Das muss etwas zu bedeuten haben. Wegen dir ist mein Bruder gestorben. DU. DU. DU. DU MÖRDER.”, schreie ich immer wieder. Ralf sieht mich verständnislos an. “Welches Gesicht auf dem Karussell?”, fragt er, “spinnst du jetzt total. Mir geht es auch scheiße, aber deshalb spinne ich mir nicht zusammen, dass du oder sonstwer, der Mörder ist. Falls es überhaupt einen gibt.”

Ich stürze mich wütend auf ihn … und finde mich plötzlich auf dem Free Fall Tower wieder.

 

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ES geht auch anders!… oder doch nicht?!?

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entertainment.ie

Quelle: Entertainment.ie

ES (2017)

Die harten Fakten:

Erscheinungsjahr: 2017

Dauer: 135 min

Regisseur: Andrés Muschietti

Drehbuch: Gary Daubermann, Chase Palmer, Cary Fukunaga

Nach einem Buch von: Stephen King

Schauspieler:

Jaeden Lieberher (Bill Denbrough)

Sophia Lilli (Beverly Marsh)

Jeremy Ray Taylor (Ben Hanscom)

Finn Wolfhard (Richie Tozier)

Jack Grazer (Eddie Kaspbrak)

Chosen Jacobs (Mike Hanlon)

Wyatt Oleff (Stanley Uris)

Bill Skarsgård (Pennywise/Es)

Jackson Robert Scott (Georgie Denbrough)

Nicholas Hamilton (Henry Bowers)

Jake Sim (Belch Huggins)

Logan Thompson (Victor Criss)

Owen Teague (Patrick Hockstetter)

Stephen Bogaert (Al Marsh)

Megan Charpentier (Gretta Bowie)

Mollie Jane Atkinson (Sonia Kaspbrak)

Stuart Hughes (Officer Bowers)

Steven Williams (Leroy Hanlon)

Ari Cohen (Rabbi Uris)

Elizabeth Saunders (Mrs. Starret)

Joe Bostick (Mr. Keene)

Geoffrey Pounsett (Zack Denbrough)

Pip Dwyer (Sharon Denbrough)

Anthony Ulc (Metzger Joe)

Javier Botet (Hobo)

Tatum Lee (Judith)

Katie Lunman (Betty Ripsom)

Neil Crone (Chief Borton)

Sonia Gascón (Mrs. Ripsom)

Janet Porter (Mrs. Uris)

Moviepilot

Quelle: Moviepilot

Um was geht’s?

In einer kleinen Stadt… Derry, im US-Bundesstaat Maine, im Sommer 1989. Einem Sommer in dem alles passieren kann!

Derry wird jetzt seit gut 10 Monaten von einer Plage heimgesucht. Einer Plage die kleine Plagen verschwinden lässt! Kinder verschwinden auf nimmer wiedersehen. Auch der kleine Georgie Denbrough (Jackson Robert Scott) ist, an einem regnerischen Tag im Oktober 1988, verschwunden. Es scheint so, als hätte jeder die Suche nach ihm aufgegeben. Außer seinem älteren Bruder Bill Denbrough (Jaeden Lieberher). Dieser macht sich, mit einer Gruppe Kinder, oder nennen wir es besser Schicksalsgemeinschaft, in den Sommerferien, auf die Suche nach Georgi. Schicksalsgemeinschaft nenne ich es, da jeder seiner Freunde, auf seine Art, sein Bündel zu tragen hat, das ihn zum gesellschaftlichen Außenseiter stilisiert. Sophia Lilli (Beverly Marsh) genießt im zarten Alter von 13 Jahren schon den Ruf einer Schlampe, die schon mit mehreren Jungs rum gemacht hat. Obwohl ja Schlampen eher immer dazwischen sind als an der Seite außen… Ihr wirkliches Problem ist allerdings ihr Vater… der sich sehr für seine Tochter interessiert… zu sehr… Dann hätten wir Jeremy Ray Taylor (Ben Hanscom), gerade neu in die Stadt gezogen, kennt noch niemanden und hat deswegen noch keine Freunde. Ach ja und er ist fett und wird aufgrund seines Übergewichts gehänselt. Der kleine Finn Wolfhard (Richie Tozier) gehört ebenfalls zu der Gemeinschaft. Besitzer eines losen Mundwerks, mit seinen Witzen und den Spöttereien teilt er kräftig aus. Ungeachtet dessen, ob er die Erwiderungen vertragen kann. Diese fällt bei den großen Raudis seiner Schule jedoch eher nicht verbal und hoch eloquent verletzend, sondern eben nur verletzend aus. Körperlich… mit Schlägen… und Tritten… und Schlimmerem. Der vierte im Bunde ist Jack Grazer (Eddie Kaspbrak). Ein Opfer wie es im Buche steht. Klein, schmächtig und von seiner Mutter zu einem veritablen Hypochonder erzogen. Und als solcher sind Tabletten und sein Asthmaspray seine immerwährenden Begleiter. Die Gruppe wird vervollständigt durch Chosen Jacobs (Mike Hanlon) und Wyatt Oleff (Stanley Uris), deren Schwächen offensichtlich und klar auf der Hand liegen. Mike ist schwarz und Stanley ist Jude…. ECHT JETZT??? Tja, liebe Leserschaft, so war das damals wohl noch, in den guten alten 50igern, in denen die Kindheit der Gruppe in der Romanvorlage von King spielt. Heute evtl. auch noch in den Hillbilly Bundesstaaten im Süden der USA. Diese illustre Gruppe hilft also Bill, seines Zeichens übrigens ein leidenschaftlicher Stotterer, was wohl seine gesellschaftliche Schwäche ist, auf der Suche nach seinem Bruder. Immer darauf bedacht, nicht den örtlichen und sehr gewaltbereiten Schlägern, angeführt von Nicholas Hamilton (Henry Bowers), über den Weg zu laufen. Der einzige Lichtblick der Kinder ist der lustige tanzende Clown Pennywise, derwodaso viel Spaßmacht! Dieser selbst hat die Kinder zum Fressen gern, also alles gut! 😉 (Freie Interpretation der Handlung, Anm. der Redaktion)

reddit

Quelle: Reddit

Fazit:

Der Film ist spitze! Neben den äußerst gut gemachten Schreckensmomenten, den vielen kleinen schreeeecklichen Details, wie der andauernde Speichelfluss von Pennywise… ähnlich einem Raubtier das kurz vor dem Verzehr seiner Beute steht oder dem ändern der Augenfarbe, von einem unnatürlichen und furchterregenden Gelb, in ein freundliches Blau, wenn es denn die Situation erfordert. Die Animationen sind auf dem neuesten Stand der Technik und kommen richtig gut rüber. Die Schauspieler sind sehr gut ausgewählt. Ich denke, von dem Kindercast wird uns in Zukunft noch der ein oder andere begegnen. Auch der Humor ist ausgezeichnet… so, dass es mindestens so viele Lacher wir Schreckszenen in diesem Film gibt.  #MUDDAWITZE 🙂

Und dann natürlich der sympathische Clown aus der Kanalisation von nebenan. Dieser wurde, mit Bill Skarsgård, perfekt besetzt! Ein ganz großer Mime, der Pennywise seinen Stempel aufgedrückt und damit neu geprägt hat. Ähnlich wie Heath Ledger seinerzeit den Joker.

Die kleinen Wehrmutstropfen, die ich ins Feld führe, sind die Hasenzähne von Pennywise… sieht stellenweise ein bisschen befremdlich aus… und auch den Kindercast muss ich, gerade eben noch von mir, für ihre schauspielerische Leistung gelobt, kritisieren. Zu perfekt von ihrem Aussehen – Styling, von ihrem Auftreten und ihrem Selbstbewusstsein. Man nimmt ihnen, aufgrund dieser Leichtigkeit, die Opferrolle nicht immer im Film ab. In der Fernsehverfilmung hat ein düsterer Schatten über dem Gemüt der Kinder gelegen.

Schaut Euch diesen Film an… genießt den Horror, genießt die Neuauflage des Meisterwerks von King!

Und wenn Euch der Film nicht gefällt dann liegt es an Euch!!!

Wenn er Euch enttäuscht dann liegt es an Euch!!!

… Genau wie es wohl an mir liegt, dass mich der Film enttäuscht hat… ja, richtig gehört!

Ich dachte bis jetzt, dass, wenn ein Film mir nicht gefällt, es an dem Film liegt.. klar!

Dieser Film hat mich in diesem Fall eines besseren belehrt! Ich habe vor Urzeiten, ungefähr zur gleichen Zeit, als Pennywise auf die Erde kam, den 2-teiligen Fernsehfilm gesehen. Begeistert von dieser Story habe ich mich, meines Zeichens langsamer Leser… seeeehr langsamer Leser, dann an das mordsdicke Buch gewagt. Ein gefühltes Jahrzehnt später habe ich dieses dann fertig „verschlungen“ und war aufgrund der dichteren Buchstory, im Gegensatz zum Film, noch begeisterter als ich es vorher schon war.

Ich liebte dieses Geschichte… die Kinder, die neben einem außerirdischen Killerclown mit den Tücken des Alltags klar kommen mussten. Den Ärger zu Hause, den Ärger der Pubertät und den Ärger mit den Raudis in der Schule. Die ersten Schwärmereien, das erste Verliebt sein, die Freundschaft und das Zusammenstehen, die Erkenntnis, dass man mit Freunden alles schaffen kann und all der ganze andere Scheiß den unser eins als Kind auch mit gemacht hat! …und meine Wenigkeit just zu dieser Zeit, als ich mit den Kids aus Derry, via Film und Buch, ihr schreckliches Abenteuer erlebte.

cinemablend

Quelle: Cinemablend

Also ging ich voller Vorfreude ins Kino… um genauer zu sein und meine Vorfreude zu präzisieren: Für mich DAS Filmereignis diesen Jahres – bekräftigt und gefüttert durch positive Beurteilungen im Vorfeld!

Und das auch eigentlich vollkommen zu Recht! …Und doch verließ ich das Kino dennoch enttäuscht. Diesen, zugegebener Maßen, mit den technischen Mitteln der damaligen Zeit weit unterlegen Fernsehzweiteiler empfinde ich als wesentlich atmosphärischer… den Horror und die Kinder in ihrem Handeln echter. Vielleicht liegt es auch schlichtweg daran, dass ich zu der damaligen Zeit eher in dem Alter der Kinder war… eventuell habe ich auch die Schrecken des Films und des Buchs anders aufgenommen als ich es heute tue… heute in dem gleichen Alter in dem jetzt die Erwachsenen Darstellern des kommenden 2ten Teils sind…

Ich könnte mir vorstellen, dass ES Neulinge, die im Nachhinein den Zweitweiler schauen – wozu ich unbedingt raten würde – ES genau anders herum beurteilen.

Also kann ich der Krötmunity nur sagen: Schaut Euch den Film an! Er ist echt Klasse! Aber für alle Nostalgiker, so wie ich es bin, seid nicht enttäuscht wenn die tollen Erinnerungen, die ihr evtl. mit dem Film und Eurer Kindheit verbindet, nicht wieder durch dieses Remake hoch kommen. Dazu schaut Euch hinter her einfach wieder die alte Version an oder lest das Buch, was ich jetzt machen werde. Diese Geschichte, die so viel mehr ist als Horrorroman. Da ich immer noch kein schnellerer Leser geworden bin, komm ich zum bloggen wohl erst wieder im Jahr 2029… aber das dürfte damit immer noch ein paar Jahre vor dem nächsten Beitrag vom unglaublichen U – das U steht für unzuverlässig TM – sein.

 

Bis dahin, Euer humoristischer Killer… Clown U.J.M.

Quelle Beitragsbild: wikipedia

 

…Sorry

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Hallo Leute,

leider kam ich diese Woche nicht dazu, eine Kolumne zu schreiben. Bitte nicht böse sein, aber die Vorbereitungen zu meinen Lesungen auf der FaRK und diverse Rezensionen, die ich am Schreiben bin (wird es bald hier geben) haben dies nicht möglich gemacht.

Als Ausgleich gibt es eine Leseprobe von GELB, meiner aktuellen Novelle. Diese ist noch nicht erschienen und noch nicht fertig. Also auch noch nicht lektoriert, … ich bitte, dies zu verzeihen. Los geht es also. Viel Spaß und… STAY TUNED.

Ach so: Alle Namen in dieser Geschichte, sowie die Charaktere, sind natürlich frei erfunden:)

Gelb

 

KAPITEL 1: EIN SCHÖNER TAG

 

Bundesrepublik Deutschland

Saarland

Frühling 1998

Es ist ein schöner Tag, der den Übergang vom Frühling zum Sommer einläutet. Die Luft ist frisch und voller Energie. Die Pflanzen blühen schon seit einiger Zeit. Auch die Vögel und allerlei Insekten zeigen Präsenz. Es ist eine Zeit zum wohlfühlen. Man kann die ersten warmen Sonnenstrahlen genießen. Ein T-Shirt und sogar eine kurze Hose reichen vollkommen aus, um sich dem Tag zu stellen. Und dieser Tag ist toll. Voller Vorfreude und Spaß.

Es ist ein Samstag. So ziemlich der beste Tag in der Woche. Noch besser ist dieser, wenn man am Abend etwas besonderes vor hat. Und so ist es für mich. An dieser Stelle sei ein wenig von mir verraten (META: spiele ich doch so ziemlich die Hauptrolle in dem, was gerade Ihre Augen beschäftigt und im besten Falle positive Reize in Ihrem Hirn hinterlässt).

Ich bin 19 Jahre alt, männlich und höre auf den Namen Sascha. Ja ich weiß, dass es ein Lied der Toten Hosen über diesen Namen gibt. Glauben Sie mir, dass habe ich schon oft gehört. Und ich weiß auch, dass der Name in manchen Ländern auch für Frauen und / oder Hunde genutzt wird. Aber leider kann ich den Namen nicht ändern. Das heißt, ich könnte es bestimmt irgendwie, aber ich spare mir meine Kraft lieber für andere Dinge auf. Ich habe eine Lehre als Reiseverkehrskaufmann (hier sparen wir uns jetzt auch die Witze) absolviert und arbeite im schönen Heusweiler, welches ca. 15 Autominuten von Reisach liegt. Und in Reisbach wohne ich. Genau genommen wohne ich noch bei meinen Eltern, habe jedoch in diesem elterlichen Wohnhaus eine Etage für mich. Nun fast. Mein Bruder, 15 Jahre alt und noch Schüler, hat auch ein Zimmer auf dieser Etage.

Es ist neun Uhr morgens und da ich gestern etwas über die Strenge geschlagen habe, ruhe ich mich noch aus. Ich liege im Bett, eingekuschelt in meine warme Decke und schaue Akte-X. Dabei genieße ich meinen Kaffee, der wohlig riecht und rauche eine Zigarette, deren blauer Duft sich in Richtung Zimmerdecke kräuselt. Die Folge plätschert vor sich hin (irgendwas mit Tunguska habe ich im Hinterkopf) aber ich bin nicht ganz bei der Sache. Ich überlege mir schon, wie es heute Abend wohl wird. Wir haben den 30. April und heute Abend ist “Hexennacht”. Wobei ich mich hier nicht auf das Gruseln freue, dass diese Walpurgisnacht für einige mit sich bringt, sondern viel mehr auf meine Freunde, Frauen und viel Alkohol. Ich beschließe, von Akte-X zu leichterer Kost zu schalten und stelle den Kanal für MTV ein. “Come as you are” raunt Kurt Cobain durch den Röhrenapparat in mein Ohr und er hat recht. Warum sollte ich mich verstellen und mir vormachen, dass ein Partysamstag mit Kaffee beginnen soll. Ich meine, ich liebe Kaffee. Aber es gibt auch besseres. Ich gehe also zum Kühlschrank und genehmige mir mein erstes Bier für heute. Da die Zeit des letzten Alkoholgenusses noch nicht allzu lange her ist, spüre ich bald wieder die wohlige Vertrautheit des leichten benebelt seins. Der Gerstensaft rinnt kühl und frisch meine Kehle hinunter. Herrlich. Ich genieße und rauche. Kurt wird abgelöst von Aqua, die mehr durch das Äußere der Sängerin (wenn man das so nennen kann) überzeugen, als durch musikalische Leistung. Ich entschließe mich daher, lieber den Vorspann von Silent Hill 2 zu starten. Der Titelbildschirm dieses genialen Spiels verändert sich nämlich nach jedem durchspielen. Da ich alle Varianten durch habe, genieße ich die High End Version mit viel Musik und Clips. Das schaue ich mir immer sehr gerne an. Jedoch ist mir nun auch nach ein wenig Gesellschaft. Ich ziehe mir eine Jogginghose und ein T-Shirt über und gehe den Flur entlang, zum Zimmer meines Bruders. Der Dielenboden knarrt, was wahrscheinlich mein baldiges Erscheinen dem geübten Hörer ankündigen wird. Ich klopfe an und will direkt hinein gehen, aber die Tür ist abgesperrt. Zack, Zeh gestoßen. Ich fluche leise.  Drinnen vernehme ich Geräusche und gehe so davon aus, dass die kleine Ratte schon wach ist. “Ey Arschlosch”, rufe ich “hör auf an Dir rumzuspielen und mach die Tür auf.” Natürlich passiert im ersten Moment nichts, er will mich ärgern. So greife ich zu Plan B und gehe die Treppe herunter zum Stromkasten. Hier kümmere ich mich darum, dass die Sicherung für sein Zimmer Probleme bekommt. Direkt höre ich ein wütendes Geräusch von oben und schon steht der kleine neben mir. “Was ist denn” kommt die mürrische Frage. “Ich dachte, wir hängen ein wenig ab, trinken ein paar Bier und freuen uns auf heute Abend”, teile ich ihm grinsend mit. Seine Augen leuchten, da ich ihm gestern Abend noch versichert habe, eher würde ich mich von einem betrunkenen Wiesel begatten lassen, als ihn heute Abend mitzunehmen. Begeistert rennt er nach oben. “Ich habe noch Zigaretten” höre ich ihn rufen, während ich ihm zu meinem Zimmer folge. Dort angekommen, mache ich uns jeweils ein Bier auf und er zündet zwei Zigaretten an. “Silent Hill, äh” meint er mit einem verächtlichen Blick auf den Fernseher. Für ihn gibt es nur Resident Evil und sonst nichts in der Hinsicht. Mir gefällt halt beides. Jedem das seine. “Wer kommt denn heute Abend alles mit” fragt er mich. “Achim, Julius und Ralf”, meine Antwort. Dies sind meine drei besten und ältesten Freunde, mit denen ich schon viel erlebt habe und noch mehr erleben will. Wir verstehen uns prima. Haben denselben Humor (gut) und denselben Frauengeschmack (schlecht). Wir trinken gerne zusammen und reden über alles, was uns Nerds so gefällt. Seien es nun die neuesten Comics, die aktuellen Filme, Computerspiele oder scharfe Chicks. Wir tauschen uns über alles aus. Aktuelles Hauptthema ist jedoch die Freundin von Ralf. Er hat diese nun schon eine Zeit lang und entfernt sich immer mehr von uns. Dies sorgt auf der einen Seite für Gesprächsstoff der nicht so positiven Art (schließlich gehört sein Arsch uns) auf der andere Seite freut es uns aber auch, dass er an diesem Abend nur mit uns abhängt und Frauen draußen bleiben  (außer natürlich dem “Freiwild”, das den Fehler begeht vor Ort zu sein). Achim wechselt seine Freundinnen, wie andere Leute ihre Socken und hat es nicht so mit dem treu sein. Julius und ich sind im Moment solo. Das soll sich natürlich heute Abend ändern. Und wenn es nur für heute Abend ist. Mein Bruder redet wenig mit mir über solche Dinge. Manchmal habe ich den Verdacht, dass er mehr auf seine Kumpels steht, als auf das schwache Geschlecht. Jedem das seine. Aber als guter Bruder reibe ich ihm meine Meinung – zu seinem Mißfallen – natürlich bei jeder Gelegenheit unter die Nase.

“Cool” meint er. “Ich mag die drei Pisser. Auch wenn man Ralf leider nicht mehr so oft sieht.” “Ja” stimme ich ihm zu. “Daher freue ich mich auch, dass er heute Abend am Start sein wird”. “Und wo gehen wir hin?” fragt er mich. “Tanz in den Mai” ist meine klare Antwort. Wo sollten wir auch sonst hingehen? Wir leben in einem Dorf. Busse in die Stadt sind sehr selten. Taxis sind sehr teuer und der Führerschein ist uns zu lieb, um betrunken zu fahren. Eine zeitlang spielten wir mal “Farbe bekennen”. “Farbe bekennen” ging folgendermaßen: wir fuhren in die Diskothek. Jeder trank, was das Zeug hielt. Derjenige, dessen Urin am Ende die dunkelste Farbe hatte, musste heim fahren. Schließlich war dieser ja fast noch nüchtern. Nach einem beinahe Unfall (trotz der Reaktionsfähigkeit eines so gut wie nüchternen Fahrers) entschieden wir uns, dann doch lieber für eine Taxifahrt zu sparen und in der Zwischenzeit daheim einen drauf zu machen. So gab es dann einmal im Monat eine Fahrt nach Saarlouis, der nächsten Stadt bei uns. Die anderen Abende verbrachten wir abwechselnd bei Achim, Julius, Ralf und mir. Die wenigen Feste in unserem Ort waren also immer Höhepunkte, auf die wir uns sehr freuten. So wie heute Abend.

“Tanz in den Mai” wiederholt mein Bruder. “Coool. Schön einen saufen und was klarmachen”. “Kommen Deine Kumpels auch, oder wen willst Du klarmachen” sage ich und heimse mir damit einen bösen Blick ein. In diesem Moment klingelt es an der Tür. Ich renne die Treppe hinunter und sehe die Silhouetten von Achim und Julius draußen stehen. Ich öffne die Tür, sage “zu scheiße” (in Anlehnung an den Film Fight Club. Kennt Ihr die Szenen, in denen die Anwärter für Projekt Chaos ins Haus wollen? Genau der Scheiß) und schlage die Tür wieder zu. Nach einem Moment der Genugtuung öffne ich die Tür wieder und starre in die genervten Gesichter meiner Kumpels. “Witzig”, meint Achim “also beim ersten Mal. Du weißt, dass es beim gefühlt hundertsten Mal nicht mehr so witzig ist?”. Ich grinse und mache die Tür weiter auf. “Hi Leute, kommt rein” höre ich mich sagen und die zwei Helden machen sich auf in den Weg in mein Reich.

“Der Aal” höre ich Julius rufen, der anscheinend meinen Bruder entdeckt hat. Den Spitznamen “Aal” hat dieser sich eingefangen, weil er beim Fußball immer unaufhaltsam dribbelt, quasi aalglatt, wie wir auch dazu sagen. Auch Achim sieht meinen Bruder und die drei begrüßen sich. “Wo ist Ralf” frage ich und bekomme die erwartete Antwort. “Bei seiner Alten natürlich” meint Achim. “Wenn er heute Abend Freigang will, muss er auch etwas dafür tun”, ergänzt Julius“, daher werden wir ihn wahrscheinlich demnächst noch weniger sehen”. “Aber heute Abend ist er uns” sage ich und freue mich noch mehr auf diesen Abend mit meinen Kumpels und meinem Bruder.

“Ich habe eine Idee”, meint Achim belustigt. “Wenn er uns die nächste Zeit sowieso verwehrt wird, dann reissen wir Ralf gleich jetzt aus den Klauen der Irren. Dann haben wir ihn für den Tag und die Nacht”. “Cool”, meine ich. “Dann kommen wir vielleicht noch rechtzeitig zum Fußball”. Fußball ist an dieser Stelle vielleicht etwas überbewertet. Jeden Samstag am frühen Nachmittag trifft sich die Dorfjugend auf dem örtlichen Bolzplatz, zum “Fußball”. Wobei das was geboten wird, eher einem “Idiotenflipper” gleicht, da die meisten Leute nicht spielen können und nur wild um sich schießen. Dies führt dazu, dass der Ball wild über den Platz gehetzt wird und an den einzelnen Personen abprallt oder weitergeschossen wird, wie eine Flipperkugel von einem Bumper im Flipper. Trotzdem macht es uns richtig Spaß, was nicht zuletzt am ordentlichen Bierverbrauch, während des Spielens liegt.

Also machen wir uns auf den Weg, um Ralf aus “den Klauen der Irren zu reissen“, wie Achim es treffend formuliert hat. Der Weg zu Ralf dauert schon ein Stück und so beschließen wir, Achims Auto zu nehmen. Fünf Minuten später stehen wir vor der Tür von Ralfs Eltern und ich betätige die Klingel. Kurz darauf macht Ralf auf und schaut uns entgeistert an. “Hey Leute” stammelt er verlegen “ich dachte es geht erst heute Abend los. Jane und ich schauen gerade gemütlich einen Film.” “Ich kann mir schon denken was für einen”, sagt Achim und nickt in Richtung der Beule, die sich in Ralfs Jogginghose abzeichnet. Dieser wird rot im Gesicht. “Komm schon Alter”, meint Julius. “Dass du heute mit uns raus darfst”, bei dem Wort darfst zuckt Ralf kurz zusammen, “bedeutet doch, dass wir uns demnächst nicht mehr so oft sehen. Also dachten wir uns, dass…” “RAAAAAALFF” schrillt in diesem Moment eine Frauenstimme von oben “wo bleibst Du denn”.

“Ich weiß nicht so recht Jungs”, meint dieser. “Ich habe Jane schließlich versprochen, dass ich den Film mit ihr schaue und wir uns einen schönen Nachmittag machen.” “Ich kümmere mich darum”, sage ich. Und ehe Ralf widersprechen kann, mache ich mich auf den Weg zu Jane. Da Jane und ich nicht gerade die besten Freunde unter Gottes schönem Himmel sind, will ich die Sache schnell hinter mich bringen. Ich gehe zu ihr und sage gerade heraus, was ich denke. “Jane”, beginne ich “du und Ralf verbringt sehr viel Zeit miteinander. Das ist auch gut so, denn schließlich soll Ralf auch üben damit er gut ist, wenn er  mal eine richtige Freundin bekommt”. Ich ernte einen wütenden Blick. “Was ich damit sagen will”, fahre ich fort “ist, dass wir ihn heute gerne ganz für uns hätten. Du hängst Tag und Nacht mit ihm ab. Wir sagen ja auch nichts dagegen. Aber manchmal wollen wir ihn mal ganz für uns haben”. Damit sage ich (in meinen Augen sehr nett) genau das, was alle Freunde mal den festen Freundinnen ihrer Freunde sagen sollten. Zumindest dann, wenn die Situation so ist, wie bei Ralf.

Achims Freundinnen sind wahrscheinlich froh, wenn er mal länger als bis zum Frühstück bleibt, denke ich mir innerlich grinsend. Jane scheint keine Lust auf Ärger zu haben, denn sie schaut mich nur an und sagt “OK”. Kampf gewonnen! Ich eile wieder herunter zu meinen Leuten und verkünde die frohe Nachricht. Alle sind happy, außer Ralf. Er weiß wahrscheinlich schon jetzt, dass das ein Nachspiel für ihn haben wird. Und hier reden wir nicht von dem Nachspiel beim Sex.

Glücklich ziehen wir von dannen in Richtung Bolzplatz. Da der Platz sehr nahe an Ralfs Elternhaus gelegen ist, muss Achim nicht mehr fahren und wir können uns ganz dem “Idiotenflipper mit Biersauce” widmen.  Der Tag verfliegt und schon bald beginnt die Dämmerung.

“Mann bin ich jetzt fertig” stöhnt Achim, der alles gegeben hat (in einem Arbeitszeugnis würde etwas von stets bemüht stehen). “Jo, geiles Spiel”, meint Julius “und der Aal hat seinem Namen mal wieder alle Ehre gemacht”. Wir lachen alle. “Gut” meine ich “dann jeder heim duschen, bei Achim vorglühen und dann ab zur Party”. Mein Bruder und ich beschließen, bei Achim zu duschen, da der Weg nach Hause doch etwas zu weit ist. Julius geht nach Hause, da es nahe gelegen ist. Ralf bittet Achim auch um Dusch-Exil, da er Jane nicht zu schnell wieder begegnen möchte. Das Exil wird ihm natürlich gewährt.