7 dämliche Fragen an Christian von Aster

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Hello Krötmunity,

heute geht es endlich weiter mit der beliebten Runde: „7 dämliche Fragen an…“. Der heutige Stargast ist Christian von Aster. Ebendieser stellte sich mal die Frage, warum er versuche, von der Kunst zu leben. Diese Frage kann ich gerne beantworten: Weil er ein begnadeter Künstler ist und die Welt sonst einiges verpasst hätte. Christian ist in meinen Augen immer am werkeln. Sei es ein Elfentagebuch oder die Wiederbelebung der Flaschenpost, was ich persönlich total klasse fand. Außerdem ist er Herausgeber von großartigen Anthologien, wie z.B.: „Die Bakerstreet Artefakte“ oder aber „Bosch´s Vermächtnis – Geschichten aus dem Garten der Lüste“. In letzterem Werk hat Euer Krötor auch eine Geschichte verfasst. Unter seinem Pseudonym „Sascha Leidinger“. Herr von Aster ist auch ein genialer Vorleser. Ich war mehr als angenehm unterhalten, als er seinen Beitrag zu Garten der Lüste, auf der Leipziger Buchmesse (auf der ich viel erlebt habe) zum Besten gab. Ferner hat sich Christian der deutschen Sprache angenommen und diese etwas umgekrempelt. Mehr dazu gibt’s in „NeuDeutsch2.0“.

Als Autor begeistert er mit Werken, wie „Das Koboltikum“, „Ruprecht´s großer Rutentest“ oder seinem neuesten Werk: „Der Orkfresser“. So Leute, genug gequatscht (das kann ich ja bestens), kommen wir nun zu den Fragen:

F: Warum haben Fußgängerampeln kein „Orange“?

A: Das ist vor allem ein rechtliches, mit den Markenschutzrechen besagter Farbe verbundenes Problem, die vor längerer Zeit ein kleines, auf die Herstellung runder halbhartschaliger Vitaminsnacks spezialiertes Unternehmen erworben und die Nutzungsrechte aus frontalaversiven Gründen lediglich den Ampelseitenteilherstellern verkauft hat.

F: Wer würde gewinnen, wenn Robocop gegen den Terminator kämpft?

A: Die Firma, die den entsprechenden Film rausbringt.

F: Warum gibt es Bielefeld nicht?

A: Um dem Suggestivcharakter dieser Frage zu entgehen, möchte ich mit einem Zitat von Keyser Soze aus ‚Die üblichen Verdächtigen‘ antworten:„Der größte Trick Bielefelds war, uns glauben zu machen, es gäbe Bielefeld nicht.“

F: Was ist das Gegenteil von Gelb?

A: Es gibt eine altkatatonische Redensart (wakahama ta garagab balaf‘nha), die sich in etwas mit „Du bist das Gegenteil von Gelb“ übersetzen lässt und im dortigen Hochland als schlimmste mögliche Beleidigung gilt.

F: Hast Du Dir mal überlegt, eine Anthologie zum Thema „Der Garten der Lüste“, des Künstlers H. Bosch, auf den Markt zu bringen? Wie findest Du die Idee?

A: Obwohl die Idee einen gewissen Reiz hat, wäre sie meines Erachtens nicht durchführbar. Schon weil sich höchstens die Hälfte der Autoren nicht an etwaige Vorgaben halten würde. Ausserdem fände sich vermutlich kein Verlag. Und wenn, dann allenfalls, um daraus ein günstiges Paperback zu machen. Darüber hinaus ist das Bild ja auch schon ziemlich alt. Das wäre also völliger Unsinn.

F: Warum ist es nachts kälter, als draußen?

A: Sie wissen hoffentlich, dass dieser Frage des griechischen Gelehrten Kryptikus von Wyrrrnis ein Übersetzungsfehler zugrunde liegt. Ursprünglich lautet sie ‚Warum ist es nachts älter als draußen?‘. Und die Antwort darauf liegt ja quasi auf der Hand.

 

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Quelle: vonaster.de

An dieser Stelle nochmal: VIELEN HERZLICHEN DANK, LIEBER CHRISTIAN!!! Es hat Spaß gemacht.

NEU+++NEU+++NEU+++: Der Teilnehmer (in diesem Fall Herr von Aster) hat die Möglichkeit, den nächsten Kandidaten für „7 dämliche Fragen an…“ zu nominieren. Wird er davon Gebrauch machen?

Stay tuned!

 

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ES geht auch anders!… oder doch nicht?!?

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entertainment.ie

Quelle: Entertainment.ie

ES (2017)

Die harten Fakten:

Erscheinungsjahr: 2017

Dauer: 135 min

Regisseur: Andrés Muschietti

Drehbuch: Gary Daubermann, Chase Palmer, Cary Fukunaga

Nach einem Buch von: Stephen King

Schauspieler:

Jaeden Lieberher (Bill Denbrough)

Sophia Lilli (Beverly Marsh)

Jeremy Ray Taylor (Ben Hanscom)

Finn Wolfhard (Richie Tozier)

Jack Grazer (Eddie Kaspbrak)

Chosen Jacobs (Mike Hanlon)

Wyatt Oleff (Stanley Uris)

Bill Skarsgård (Pennywise/Es)

Jackson Robert Scott (Georgie Denbrough)

Nicholas Hamilton (Henry Bowers)

Jake Sim (Belch Huggins)

Logan Thompson (Victor Criss)

Owen Teague (Patrick Hockstetter)

Stephen Bogaert (Al Marsh)

Megan Charpentier (Gretta Bowie)

Mollie Jane Atkinson (Sonia Kaspbrak)

Stuart Hughes (Officer Bowers)

Steven Williams (Leroy Hanlon)

Ari Cohen (Rabbi Uris)

Elizabeth Saunders (Mrs. Starret)

Joe Bostick (Mr. Keene)

Geoffrey Pounsett (Zack Denbrough)

Pip Dwyer (Sharon Denbrough)

Anthony Ulc (Metzger Joe)

Javier Botet (Hobo)

Tatum Lee (Judith)

Katie Lunman (Betty Ripsom)

Neil Crone (Chief Borton)

Sonia Gascón (Mrs. Ripsom)

Janet Porter (Mrs. Uris)

Moviepilot

Quelle: Moviepilot

Um was geht’s?

In einer kleinen Stadt… Derry, im US-Bundesstaat Maine, im Sommer 1989. Einem Sommer in dem alles passieren kann!

Derry wird jetzt seit gut 10 Monaten von einer Plage heimgesucht. Einer Plage die kleine Plagen verschwinden lässt! Kinder verschwinden auf nimmer wiedersehen. Auch der kleine Georgie Denbrough (Jackson Robert Scott) ist, an einem regnerischen Tag im Oktober 1988, verschwunden. Es scheint so, als hätte jeder die Suche nach ihm aufgegeben. Außer seinem älteren Bruder Bill Denbrough (Jaeden Lieberher). Dieser macht sich, mit einer Gruppe Kinder, oder nennen wir es besser Schicksalsgemeinschaft, in den Sommerferien, auf die Suche nach Georgi. Schicksalsgemeinschaft nenne ich es, da jeder seiner Freunde, auf seine Art, sein Bündel zu tragen hat, das ihn zum gesellschaftlichen Außenseiter stilisiert. Sophia Lilli (Beverly Marsh) genießt im zarten Alter von 13 Jahren schon den Ruf einer Schlampe, die schon mit mehreren Jungs rum gemacht hat. Obwohl ja Schlampen eher immer dazwischen sind als an der Seite außen… Ihr wirkliches Problem ist allerdings ihr Vater… der sich sehr für seine Tochter interessiert… zu sehr… Dann hätten wir Jeremy Ray Taylor (Ben Hanscom), gerade neu in die Stadt gezogen, kennt noch niemanden und hat deswegen noch keine Freunde. Ach ja und er ist fett und wird aufgrund seines Übergewichts gehänselt. Der kleine Finn Wolfhard (Richie Tozier) gehört ebenfalls zu der Gemeinschaft. Besitzer eines losen Mundwerks, mit seinen Witzen und den Spöttereien teilt er kräftig aus. Ungeachtet dessen, ob er die Erwiderungen vertragen kann. Diese fällt bei den großen Raudis seiner Schule jedoch eher nicht verbal und hoch eloquent verletzend, sondern eben nur verletzend aus. Körperlich… mit Schlägen… und Tritten… und Schlimmerem. Der vierte im Bunde ist Jack Grazer (Eddie Kaspbrak). Ein Opfer wie es im Buche steht. Klein, schmächtig und von seiner Mutter zu einem veritablen Hypochonder erzogen. Und als solcher sind Tabletten und sein Asthmaspray seine immerwährenden Begleiter. Die Gruppe wird vervollständigt durch Chosen Jacobs (Mike Hanlon) und Wyatt Oleff (Stanley Uris), deren Schwächen offensichtlich und klar auf der Hand liegen. Mike ist schwarz und Stanley ist Jude…. ECHT JETZT??? Tja, liebe Leserschaft, so war das damals wohl noch, in den guten alten 50igern, in denen die Kindheit der Gruppe in der Romanvorlage von King spielt. Heute evtl. auch noch in den Hillbilly Bundesstaaten im Süden der USA. Diese illustre Gruppe hilft also Bill, seines Zeichens übrigens ein leidenschaftlicher Stotterer, was wohl seine gesellschaftliche Schwäche ist, auf der Suche nach seinem Bruder. Immer darauf bedacht, nicht den örtlichen und sehr gewaltbereiten Schlägern, angeführt von Nicholas Hamilton (Henry Bowers), über den Weg zu laufen. Der einzige Lichtblick der Kinder ist der lustige tanzende Clown Pennywise, derwodaso viel Spaßmacht! Dieser selbst hat die Kinder zum Fressen gern, also alles gut! 😉 (Freie Interpretation der Handlung, Anm. der Redaktion)

reddit

Quelle: Reddit

Fazit:

Der Film ist spitze! Neben den äußerst gut gemachten Schreckensmomenten, den vielen kleinen schreeeecklichen Details, wie der andauernde Speichelfluss von Pennywise… ähnlich einem Raubtier das kurz vor dem Verzehr seiner Beute steht oder dem ändern der Augenfarbe, von einem unnatürlichen und furchterregenden Gelb, in ein freundliches Blau, wenn es denn die Situation erfordert. Die Animationen sind auf dem neuesten Stand der Technik und kommen richtig gut rüber. Die Schauspieler sind sehr gut ausgewählt. Ich denke, von dem Kindercast wird uns in Zukunft noch der ein oder andere begegnen. Auch der Humor ist ausgezeichnet… so, dass es mindestens so viele Lacher wir Schreckszenen in diesem Film gibt.  #MUDDAWITZE 🙂

Und dann natürlich der sympathische Clown aus der Kanalisation von nebenan. Dieser wurde, mit Bill Skarsgård, perfekt besetzt! Ein ganz großer Mime, der Pennywise seinen Stempel aufgedrückt und damit neu geprägt hat. Ähnlich wie Heath Ledger seinerzeit den Joker.

Die kleinen Wehrmutstropfen, die ich ins Feld führe, sind die Hasenzähne von Pennywise… sieht stellenweise ein bisschen befremdlich aus… und auch den Kindercast muss ich, gerade eben noch von mir, für ihre schauspielerische Leistung gelobt, kritisieren. Zu perfekt von ihrem Aussehen – Styling, von ihrem Auftreten und ihrem Selbstbewusstsein. Man nimmt ihnen, aufgrund dieser Leichtigkeit, die Opferrolle nicht immer im Film ab. In der Fernsehverfilmung hat ein düsterer Schatten über dem Gemüt der Kinder gelegen.

Schaut Euch diesen Film an… genießt den Horror, genießt die Neuauflage des Meisterwerks von King!

Und wenn Euch der Film nicht gefällt dann liegt es an Euch!!!

Wenn er Euch enttäuscht dann liegt es an Euch!!!

… Genau wie es wohl an mir liegt, dass mich der Film enttäuscht hat… ja, richtig gehört!

Ich dachte bis jetzt, dass, wenn ein Film mir nicht gefällt, es an dem Film liegt.. klar!

Dieser Film hat mich in diesem Fall eines besseren belehrt! Ich habe vor Urzeiten, ungefähr zur gleichen Zeit, als Pennywise auf die Erde kam, den 2-teiligen Fernsehfilm gesehen. Begeistert von dieser Story habe ich mich, meines Zeichens langsamer Leser… seeeehr langsamer Leser, dann an das mordsdicke Buch gewagt. Ein gefühltes Jahrzehnt später habe ich dieses dann fertig „verschlungen“ und war aufgrund der dichteren Buchstory, im Gegensatz zum Film, noch begeisterter als ich es vorher schon war.

Ich liebte dieses Geschichte… die Kinder, die neben einem außerirdischen Killerclown mit den Tücken des Alltags klar kommen mussten. Den Ärger zu Hause, den Ärger der Pubertät und den Ärger mit den Raudis in der Schule. Die ersten Schwärmereien, das erste Verliebt sein, die Freundschaft und das Zusammenstehen, die Erkenntnis, dass man mit Freunden alles schaffen kann und all der ganze andere Scheiß den unser eins als Kind auch mit gemacht hat! …und meine Wenigkeit just zu dieser Zeit, als ich mit den Kids aus Derry, via Film und Buch, ihr schreckliches Abenteuer erlebte.

cinemablend

Quelle: Cinemablend

Also ging ich voller Vorfreude ins Kino… um genauer zu sein und meine Vorfreude zu präzisieren: Für mich DAS Filmereignis diesen Jahres – bekräftigt und gefüttert durch positive Beurteilungen im Vorfeld!

Und das auch eigentlich vollkommen zu Recht! …Und doch verließ ich das Kino dennoch enttäuscht. Diesen, zugegebener Maßen, mit den technischen Mitteln der damaligen Zeit weit unterlegen Fernsehzweiteiler empfinde ich als wesentlich atmosphärischer… den Horror und die Kinder in ihrem Handeln echter. Vielleicht liegt es auch schlichtweg daran, dass ich zu der damaligen Zeit eher in dem Alter der Kinder war… eventuell habe ich auch die Schrecken des Films und des Buchs anders aufgenommen als ich es heute tue… heute in dem gleichen Alter in dem jetzt die Erwachsenen Darstellern des kommenden 2ten Teils sind…

Ich könnte mir vorstellen, dass ES Neulinge, die im Nachhinein den Zweitweiler schauen – wozu ich unbedingt raten würde – ES genau anders herum beurteilen.

Also kann ich der Krötmunity nur sagen: Schaut Euch den Film an! Er ist echt Klasse! Aber für alle Nostalgiker, so wie ich es bin, seid nicht enttäuscht wenn die tollen Erinnerungen, die ihr evtl. mit dem Film und Eurer Kindheit verbindet, nicht wieder durch dieses Remake hoch kommen. Dazu schaut Euch hinter her einfach wieder die alte Version an oder lest das Buch, was ich jetzt machen werde. Diese Geschichte, die so viel mehr ist als Horrorroman. Da ich immer noch kein schnellerer Leser geworden bin, komm ich zum bloggen wohl erst wieder im Jahr 2029… aber das dürfte damit immer noch ein paar Jahre vor dem nächsten Beitrag vom unglaublichen U – das U steht für unzuverlässig TM – sein.

 

Bis dahin, Euer humoristischer Killer… Clown U.J.M.

Quelle Beitragsbild: wikipedia

 

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filmstarts

Quelle: Filmstarts

Hallo liebe Krötmunity,

der (mit Sicherheit) von Euch erwartete UJM ist heute leider nicht in der Lage, eine Rezi zu schreiben. Keine Angst, es geht ihm gut (was vielleicht nicht jedem gefällt) er hat nur leider einfach keine Zeit. Auf dieses Thema werde ich nicht weiter eingehen. Es ist ja nie UJM, der sagt „Der Blog ist das wichtigste“, „wie, Du hast keine Zeit zum Schreiben“, „die Leser verlassen sich auf uns“,… Aber ich springe gerne für ihn ein.

Nun zum heutigen Thema. Es wird tatsächlich eine Filmrezension sein. Und zwar geht es um einen Film, dem WICHTIGE Bücher vorangegangen sind. Wir sprechen hier von der SAGA um den Dunklen Turm. Geschrieben von Stephen King. Es ranken sich viele Mythen um diese Bücher, zum Teil sind sie Herrn King selbst unheimlich. Er schrieb einmal darüber, dass, zwischen Teil 1 und 2, fast zwanzig Jahre gelegen haben, da etwas ihn daran hinderte, zu schreiben. Die Bücher handeln vom letzten Revolvermann, Roland Deschain von Gilead. Rolands Aufgabe ist es, den dunklen Turm zu finden und den Mann in Schwarz zu jagen. Soweit, so gut. Hier in die Details der Bücher zu tauchen, würde einfach zu viel werden. Ich könnte fast genauso viele Seiten über diese Bücher schreiben, wie deren länge selbst beträgt. Es gibt sogar 2 Nachschlagewerke, zu den Büchern. In diesen werden Orte, Handlungen, Personen,… erklärt. Es gibt auch Comics, die teilweise deren Vorgeschichte erzählen. Die Reihe um den dunklen Turm ist Stephen Kings wichtigtes Werk, wie er selbst sagte. Daher wundert es nicht, dass sehr viele seiner anderen Bücher, sich im Turm einen Cameo Auftritt leisten. Sei es „ES“, „Atlantis“, „The Stand“, „Insomnia“, „Brennen muss Salem“,… Der Turm hat alle in sich:)

Ich habe die Turm Reihe verschlungen und seit dem nichts, aber auch wirklich nichts, vergleichbares mehr gelesen. Nein, auch nicht „Das Lied von Eis und Feuer“ (GOT), reicht an den Turm heran. Es handet sich um insgesamt 8 Bücher und über 4000 Seiten. Das Setting liegt irgendwo zwischen Western, Horror, Fantasy und Postapokalypse. Diese Bücher haben mich immer beeinflusst und ich liebe sie. Die Art und Weise, in der Roland, mit seinen Kumpanen, seine epische Suche durchwandert, ist genial. Es kommen soviele Anspielungen auf andere Werke und (wie bereits gesagt) Kings eigene Werke vor, dass es richtig Spaß macht, danach zu suchen. Es gibt sogar eine eigene Wiki Seite für die Bücherreihe. Ich werde nicht näher darauf eingehen, weil dies keine Buch Rezension ist, sondern eine Filmrezension. Daher kommen wir nun zum Film.

forumla.de

Quelle: Forumla.de

Tatsächlich waren UJM (Bücher nicht gelesen) und ich in dem Film. Ich hörte im Vorfeld schon (eher schlechtere) Kritiken, von denen ich mich jedoch nicht beeinflussen ließ. Meine Erwartungen waren sowieso nicht allzu hoch, da ich wusste, dass der Film nach den Büchern spielt. Sprich: Narrenfreiheit. Und ich musste mich damit abfinden, dass Roland nicht von meinem Favoriten (William Fichtner) gespielt wurde, sondern vom omnipräsenten Idris Elba. Nun gut, damit muss ich leben. Ich zog also mein „19 SCHRULL“ T-Shirt an und ging mit UJM in … ein leeres Kino. Verwunderlich, da der Film erst vor 3 Tagen gestartet war. Ich grübelte noch über die Frage, wie alles in einem Film abgehandelt werden soll (wir erinnern uns an 8 Bücher und über 4000 Seiten), während Werke, wie zum Beispiel „Der Hobbit“, welches ein Büchlein ist, in 3 Filmen gezeigt wurde. Meine Überlegungen wurden durch den Film unterbrochen. Ich werde auch hier nicht in Details eingehen, musste jedoch, nach 15 Minuten, festellen: VERGISS DIE BÜCHER. Der Film kommt tatsächlich mit ca. 0,05 Prozent der Inhalte selbiger aus. Unfassbar für mich, bis ich mich an UJM wandte und ihn nach seiner Meinung fragte. Er meinte, es sei ein guter Film. Also blendete ich die Bücher aus (SEHR schweren Herzens) und nahm den Film als Film. Ich freute mich über Cameo Auftritte von Cujo, dem Zimmer 1408, Oy (der leider nur als kurze Anspielung auftauchte) und weiteres. Der Handlungsstrang des Filmes, der für sich genommen sehr gut ist, hat halt nur nicht viel mit den Büchern zu tun.

bild.de

Quelle: Bild.de

Idris Elba spielt in meinen Augen mittelmäßig, während Matthew McConaughey einfach brilliert. Er spielt den charmanten, aber herzlosen Bösewicht schlichtweg genial und erinnert an Jessica Jones´Gegenspieler Killgrave, den David Tennant ähnlich perfekt mimte. Dennoch kommt er nicht an die Bösartigkeit seines Charakters im Buch heran. Jake kommt auch vor, daber das war es dann mit Hauptcharakteren aus dem Buch (abgesehen von der kurzen Szene mit Rolands Vater). Schade, aber abzusehen. Es ist halt die Elba / McConaughey– Show, wie mir schon im Vorfeld bewusst wurde. Wir erleben eine spannende und epische Story und werden echt gut unterhalten. Langeweile kam keine auf. Nur eine kleine Trauer, dass nicht mehr vom eigentlichen Werk verfilmt wurde, als 0,05 Prozent.

Doch noch kurz zur Story (bin ja kein Unmensch:): Der Mann in Schwarz flieht und der Revolvermann folgt ihm. Die Handlung spielt in unserer und einer weiteren Welt, die unserer ähnelt. Mittelpunkt aller Welten bildet der Turm, den der Mann in Schwarz zerstören will. Eine Schlüsselfigur in beiden Welten (die man über alte und vergessene Schnittpunkte erreicht) und auch die wichtigste Waffe zur Zerstörung des Turms, ist Jake, der Begleiter des Revolvermannes. Den Turm zu zerstören, würde jedoch zum Ende von allem führen und deshalb versucht der Revolvermann eben dies zu verhindern.

Fazit: Ein guter mysthischer Endzeitfilm, mit Western Elementen, der den (unwissenden) Zuschauer mit einem tollen Gefühl aus dem Kino gehen lässt. Denn Grundelemente, der (genialen) Story, enthält er schließlich. Den Fans der Bücher sei gesagt: Ihr bekommt ein softes Wiedersehen mit den Werken, werdet aber enttäuscht sein, wenn Ihr eine Verfilmung à la „Harry Potter“ erwartet. Dennoch auch für King Fans ein toller Film, da es viele viele schlechtere Filme gibt, deren Vorbild die Werke des Meisters sind.

Für den Abgang noch das Gedicht, welches die literarische Inspiration für Stephen Kings Turm SAGA ist: Herr Roland kam zum finstren Turm, von Robert Browning:

pinterest

Quelle: Pinterest

Das Gedicht Anmerkungen
Zuerst durchfuhr mich´s: Lug ist, was er spricht,

Der weißgeharrte Krüppel, dessen Blicke
Voll Bosheit schielen, ob die Lüge glücke;
Wie zuckt der falsche Mund, als trüg´ er´s nicht
Den Hohn zu hehlen, der verdammte Wicht,
Ob diesem neuen Opfer seiner Tücke !

Hier erkennen Susannah und Roland Dandelo wieder, der sich

als Collins ausgab und sie in seine Falle locken wollte. (An
anderer Stelle sagte King einmal, der erste Satz habe ihn zu
der Figur des Walter O’Dim inspiriert.)

Wozu stand er mit seinem Stab sonst da,

Als daß er allen Wandrern Schlingen lege,
Die gläubig ihm befragt um Pfad´und Stege ?
Sein schädelgleiches Lachen hört´ ich, sah
Im Geist die Krücke meine Grabschrift, ha!
Kritzeln, zum Zeitvertreib, im staub´gen Wege.

Auch dies beschreibt Dandelo und das, was sie soeben in seiner

Hütte erlebt haben. Susannah begreift, dass dieses Gedicht
Kings Inspiration für seine lange Geschichte war. Roland geht
davon aus, dass Browning Susannah und ihn irgendwie hier
gesehen haben muss, um das schreiben zu können.

Wenn ich nach seinem Wort mich seitwärts wandte

Zu dem verruf´nen Ort, des Wüstenei
Den finstern Turm umschloß. Doch sonder Scheu
Ritt ich, wohin er wies, und in mir brannte
Nicht Stolz noch Hoffnung, da er mich entsandte,
Zur Freude, daß ein Ziel mir nahe sei.

 
Zog ich durch Jahre doch die Welt entlang

Und hatte nie, was ich gesucht, gefunden.
Mein Hoffen war zum Schatten hingeschwunden,
Dem lauter Siegesjubel fremd entklang:
So duldet´ ich´s, daß Lust mein Herz durchdrang,
Als ihm am Ziel sich zeigten Tod und Wunden.

 
Wie wenn ein Kranker an dem letzten Tag

Lebwohl den Freunden sagt mit Mund und Händen
Und tot erscheint und fühlt, die Tränen enden,
Und hört, wie einer all´ aus dem Gemach
Hinausweist, frei zu atmen, da den Schlag,
Der niederfiel, kein Jammer mehr kann wenden.

 
Und man berät schon, ob bei seinen Ahnen

Noch Raum für ihn sei, wann dem toten Leibe
Bestattung werd´, und ob man´s rasch betreibe;
Von Kränzen spricht man, Schleifen, Trauerfahnen –
Und er vernimmt´s und fleht, daß er die Bahnen
Solch zarter Lieb´ nicht kreuz´ – und leben bleibe.

 
So war auf dieser Leidensfahrt so lange

Ich umhergeirrt, so oft schon war Mißlingen
Mir prophezeit gleich allen, die zu dringen
Zum finstern Turm verflucht in heißem Drange,
Daß fest ins Aug´ ich sah dem Untergange,
Konnt´ ich den Tod der Helden nur erringen.

(Rolands lange Suche und die häufigen Wiederaufnahmen

seiner Reise werden angedeutet. Prophezeiungen spielen
bei Rolands Wanderungen ebenfalls eine wichtige Rolle.)

Still wie Verzweiflung schaut ich nicht zurück,

Zum Pfad einlenkend, nach des Zwergs Grimasse.
Schon neigte sich der Tag, der trübe, blasse,
Dem Ende zu, doch kündend Mißgeschick,
Schoß er noch einen grimmen roten Blick
Zum Blachfeld, ob es fest sein Opfer fasse.

 
Doch als mein Roß ein-, zweimal ausgeschritten

Und ich mein Heil dem Blachfeld sah verpfändet,
Da hab´ ich einmal noch den Blick gewendet
Zur sichern Straße, drauf ich hergeritten:
Ich fand sie nicht. In grauer Ebne Mitten
hielt ich, und jedes Zaudern war verschwendet:

 
Ich mußte vorwärts. Nie noch sah mein Aug´

So ärmlich, sonder Adel die Natur:
Nicht Baum noch Blume sog hier Nahrung, nur
Trespen und Wolfsmilch und gemeiner Lauch,
fortwuchernd rings nach niedern Unkrauts Brauch ;
Die Klette wäre Kön´gin solcher Flur.

 
Hob sich ein Distelstengel aus den Reih´n

Der Brüder war der Kopf ihm abgerissen:
Des Ampfers rauhe Blätter schau! zerschlissen,
Durchlöchert, daß der letzte grüne Schein
Verschwunden war. Drang wohl ein Tier hier ein,
Das fühllos sei und zersplissen ?

 
Spärlich das Gras, wie Aussatzkranker Haar ;

Im Kote, der mit Blut verknetet schien,
Stak hier und da ein kläglich Hälmchen drin.
Ein blindes Pferd, des Glieder steif und starr,
Stand staunend, wie´s hierher verschlagen war:
Alt und verbraucht ließ es der Teufel ziehn.

Eine deutliche Anspielung auf Dandelos krankes Pferd Lippy.
Ob es noch lebt ? Es stand vielleicht seit Stunden,

Den roten hagern Hals weit vorgereckt,
Von rost´ger Mähne dicht das Aug´ verdeckt ;
War je solch Grau´n mit solchem Leid verbunden ?
So tiefen Abscheu hatt´ ich nie empfunden:
Es war verdammt, sonst hätt´ es Weh geweckt !

Noch einmal Lippy.
Ich schloß die Augen, kehrend sie nach innen.

Wie Wein der Krieger fordert vor dem Streiten,
Rief ich nach einem Trunke froh´rer Zeiten,
Daß Kraft mir sei zu kühnlichem Beginnen.
Dem Kämpfer ziemt´s, bevor er ficht, zu sinnen:
Ein Schmack des alten Glücks hilft fürder schreiten.

 
Jung Cuthberts blühend Antlitz rief ich wach,

Um das die goldnen Locken fröhlich wallten ;
Mir war´s, als legt´ er, um mich festzuhalten,
Zärtlich den Arm in meinen, wie er pflag,
Der liebe Bursch.. Ach, eine Nacht der Schmach !
Die Glut erlosch, mein Herz fühlt´ ich erkalten.

Nicht nur fällt der Name von Rolands Jugendfreund

Cuthbert (Allgood); Roland erkennt in diesem Vers
den Streit wieder, den sie in Mejis wegen
Susan Delgado hatten, was ihr Ka-Tet auf
eine harte Probe stellte.

Der Ehre Seele, Julius, sah ich dann,

So frank, wie da man ihn zum Ritter schlug.
Was Helden wagten, wagt´er, kühn wie klug…
Ein Wandel ! Pfui ! Der Henker hängt den Bann
Ihm vor die Brust. Die Mannen spei´n ihn an,
Und den Verräter trifft des Volkes Fluch !

 
Besser dies heut als solch vergangner Graus.

Zurück zum Pfad, den schon die Nacht umgraute !
Nichts regte sich, soweit das Auge schaute.
Traut auch der Schuhu nicht, die Fledermaus
Sich her? Da – aus dem Sinnen riß heraus
Ein Etwas mich mit unheimlichen Laute.

 
Ein kleiner Fluß durchkreuzte jäh den Pfad,

Wie eine Schlange plötzlich dich umzischt ;
Kein Bach, der träum´risch sich der Dämmrung mischt:
Er schoß dahin, dem glüh´nden Huf ein Bad
Des höllischen Feinds, der flockenschäum´ge Gischt
Des schwarzen Strudels raste früh und spat.

 
So klein, und doch so giftig! Rings am Rande

Knieten verhärmte Erlen im Verscheiden,
Kopfüber stürzten sich zerzauste Weiden
Verzweifend in die Flut vom sichern Lande,
Doch er, der sie versenkt in Weh und Schande,
Stürmte vorbei, nicht achtend ihrer Leiden.

 
Wie ich hindurchritt, wähnt´ ich immerdar

Auf eines Toten weiche Wang zu treten.
Ich stieß den Speer zum Grund in brünst´gem Beten
Und traf, so schien´s, der Leiche Bart und Haar…
Vielleicht, daß es nur eine Ratte war,
Doch klang´s, als schrie ein Kind in Todesnöten.

 
Aufatmet´ ich, wie ich das Ufer fühlte –

Ein besser Land ! Vergebliches Verlangen!
Wer waren sie, die hier so wild einst rangen,
Daß ihr Gestampf den feuchten Grund zerwühlte
Zum Sumpf, da ihre Wut schier nie verkühlte,
Wie wilder Katzen hinter glüh´nden Stangen ?

 
Wo blieb das Ziel? Ob ich es nimmer?

Nichts in der Ferne als die fahle Nacht!
Nichts, was den Pfad mir wies! Wie ich so dacht´,
Da traf ein ries´ger Vogel, ausgespannt
Die schwarzen, drachengleichen Schwingen, sacht
Mein Haupt. War der zum Führer mir gesandt?

 
Ich schaut´ empor. Da war mit einem Male

Kein Fleckchen mehr der Ebne zu erblicken,
Nur Berge rings, darf dieser Name schmücken
häßliche Höh´n und Haufen, grau und kahl –
Wie kam ich nur hinein in dieses Thal?
Wie sollte mir´s, ihm zu entrinnen, glücken ?

 
Doch meint´ ich fast, ich wär´ einmal vor Zeiten

Auf solchem Unheilspfade schon gegangen,
Vielleicht im Traume. Dicht und dichter drangen
Die Hügel her. Hier gab´s kein Vorwärtsschreiten!
Da rasselt was, als hört´ ich niedergleiten
Ein Fallenthor. Bei Gott, ich war gefangen!

 
Und glühend kam es über mich im Nu:

Dies war der Ort! Zur Rechten dort zwei Höh´n,
Geduckt wie Stiere, die den Feind erspähn –
Ein öder Berg zur Linken: Schläfer du!
Du stehst am Ziel und träumst in träger Ruh´,
Und gabst ein Leben doch, um dies zu sehn!

 
Was lag inmitten als der Turm der Schrecken?

Blind wie ein Narrenherz, rund, unzerspellt,
Aus braunen Quadern, einzig auf der Welt…
So zeigt der Sturmes Elf im Meeresbecken
Das Riff dem Schiffer, höhnend ihn zu necken,
Just da ihm krachend Bug und Kiel zerschellt.

 
Konnt´ ich nicht sehn? O ja! Schier wollt´ es tagen

Zum zweiten Mal: aus Wolken brach heraus
Der Sonne letzter Strahl, zu schau´n den Graus.
Die Höh´n, wie Riesen auf em Anstand lagen,
Haupt in die Hand gestützt, das Wild zu jagen:
„Stoßt zu und macht dem Tierlein den Garaus.“

 
Nicht hören? O, laut klang mir´s in den Ohren

Wie Glockenschall. Die Namen all der Scharen
Vernahm ich, die vor mir des Weges gefahren,
Wie jener kühn war, dieser auserkoren
Vom Glück, und der vom ruhm – hin und verloren
Die Helden alle weh! seit langen Jahren!

 
Sie standen, bleiche Schemen, in der Runde,

Des Endes harrend, starrend unverwandt
Der Opfer jüngstes an. Im Flammenbrand
Sah und erkannt´ ich all´ in dieser Stunde,
Doch keck führt´ ich mein Hifthorn bis zum Munde

Und blies: „Zum finstern Turm kam Herr Roland! „

Quelle des Gedichtes

Beitragsbild: Mirf.ru

Stay Tuned, Leute!